Aleppo in Syrien : Viele Tote bei Explosion vor Krankenhaus

Bei Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Eine Klinik wurde stark beschädigt.

Erneut haben Luftschläge Teile von Aleppo verwüstet.
Erneut haben Luftschläge Teile von Aleppo verwüstet.Foto: AFP / THAER MOHAMMED

Bei erneuten Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen in Aleppo sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Allein beim Abwurf einer Fassbombe vor einem Krankenhaus im von Rebellen gehaltenen Viertel Schaar habe es zehn Tote gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Die Rebellen drängten derweil die Dschihadisten zurück und gewannen die Kontrolle über eine wichtige Nachschubroute zurück.

Ein AFP-Fotograf sah vor dem Al-Bajan-Krankenhaus mehrere Leichen in weißen Säcken, während das Innere der Klinik durch die Explosion der Bombe verwüstet wurde. Das vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes unterstützte Krankenhaus erklärte, ein Mitarbeiter sei verwundet und das Gebäude der auf Chirurgie spezialisierte Klinik evakuiert worden.

Die Hilfsorganisation Malteser International teilte ihrerseits mit, ein von ihr unterstütztes Kinderkrankenhaus in Aleppo sei bei einem Bombeneinschlag so schwer beschädigt worden, dass der Betrieb eingestellt werden musste. Die Babys, die in der Klinik versorgt wurden, seien vorsorglich in den Keller gebracht worden. Es war unklar, ob es sich um dieselbe Klinik handelte.

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Syrische Luftwaffe tötet mehrere Menschen in Aleppo
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Laut den für Medien nur schwer überprüfbaren Angaben der Beobachtungsstelle wurden fünf weitere Zivilisten bei Bombenangriffen auf die Viertel Al-Mardscha und Al-Maadi getötet. Ebenso wie Schaar werden sie von Rebellen gehalten. Im Viertel Al-Sachur wurden demnach sieben Rebellenkämpfer getötet. Mitarbeiter des Zivilschutzes der Stadt sprachen von insgesamt 23 Toten bei den Angriffen.

Rebellen vertreiben IS aus acht Ortschaften

Unterdessen gelang es der arabisch-kurdischen Rebellenallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF), die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Norden von Aleppo aus acht Ortschaften zu vertreiben. Die Rebellen hätten damit die Kontrolle über die wichtige Verbindungsroute zwischen ihren Hochburgen Marea und Asas an der türkischen Grenze zurückerlangt, erklärte die Beobachtungsstelle.

Eine Offensive der Dschihadisten hatte kürzlich tausende Menschen in Marea in die Flucht geschlagen. Der Aktivist Maamum al-Chatib sagte nun aber, die Menschen begännen wieder zurückzukehren. Die Beobachtungsstelle erklärte, die Dschihadisten hätten keinen starken Widerstand geleistet. Ihr Rückzug zeige, dass sie unfähig seien, die Offensive in der Provinz Aleppo aufrechtzuerhalten.

Die Extremisten sehen sich in der Provinz Raka einer doppelten Offensive der SDF und der Regierungstruppen ausgesetzt. Die syrische Armee rückt mit der Unterstützung der russischen Luftwaffe langsam auf die Stadt Tabka vor, wo die IS-Miliz sich auf eine Schlacht vorbereitet. Im Irak sind die Dschihadisten zudem mit einer Großoffensive auf ihre Hochburg Falludscha konfrontiert.

In der Provinz Aleppo verloren die Dschihadisten laut der Beobachtungsstelle zuletzt 58 Dörfer an die SDF, die kurz davor stehen, die Stadt Manbidsch einzukreisen. Demnach gelangten die SDF-Kämpfer mit der Luftunterstützung durch die US-geführte Militärallianz bis an den Nordrand von Manbidsch. Sie müssen nur noch die Kontrolle über den westlichen Zugang zur Stadt erhalten, um die Dschihadisten darin ganz einzuschließen. (AFP)

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