Algerien : Blutbad bei Terroranschlag auf französische Firma

Bei einem Anschlag auf eine französische Baufirma haben radikalislamische Terroristen in Algerien 13 Menschen getötet. Es war das fünfte Attentat binnen fünf Tagen und der schwerste Angriff auf westliche Einrichtungen seit dem Selbstmordanschlag mit 31 Toten im Dezember 2007.

Algier Die Regierung in Paris bestätigte den Tod eines französischen Ingenieurs und zahlreiche Opfer. Fünf Menschen wurden bei dem Terroranschlag am Sonntagabend verletzt. Der französische Außenminister Bernard Kouchner rief am Montag die Franzosen auf, trotz der Gefahren in dem Ölstaat Algerien zu bleiben, der zu einem Kernland der geplanten Mittelmeerunion werden soll. "Das ist ein Land, in dem wir arbeiten müssen", sagte Kouchner im Rundfunk. "Wir müssen unsere freundschaftlichen Handelsbeziehungen ausbauen." Es sei aber Vorsicht geboten. Kouchner hatte erst am Freitag in Algier für die Mittelmeerunion geworben.

Terrororganisation hat es auf französischen und westliche Ziele abgesehen

Die beiden Bomben detonierten vor Einrichtungen des französischen Unternehmens Razel am Bahnhof von Béni-Amrane bei Boumerdès gut 70 Kilometer östlich von Algier. Razel repariert dort seit vier Monaten Bahnanlagen, die bei einer Zugkollision beschädigt worden waren. Der erste Sprengsatz galt einem französischen Ingenieur, der zweite den herbeieilenden Helfern und Sicherheitskräften. Nach Informationen der örtlichen Zeitung "La dépêche de Kabylie" wurden 13 Menschen getötet. Darunter seien der 57jährige Ingenieur Pierre Loyatey und sein 40-jähriger algerischer Fahrer. Die übrigen Toten seien Gendarmen und Mitglieder des Zivilschutzes. In einigen Berichten war auch von einem zweiten getöteten Franzosen die Rede.

Der Baustellenbereich wird von der Gendarmerie geschützt, weil die Terrororganisation Al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) französische und andere westliche Interessen zum Anschlagsziel erklärt hat. Razel war bereits am 21. September 2007 Ziel eines Bombenanschlags gewesen. Damals waren zwei Franzosen und ein Italiener sowie sechs Algerier verletzt worden. Die AQMI hat ihre Angriffe auf westliche Ausländer auf den ganzen Maghreb ausgedehnt. Auf ihr Konto gehen auch die Entführung eines österreichischen Touristenpaares in Tunesien und die Ermordung von vier französischen Touristen Heiligabend 2007 in Mauretanien. Die Traditionsrallye nach Dakar wurde wegen der Terrorgefahr abgesagt. (kj/dpa)

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