Politik : Allzeit bereit

Wie sich die US-Armee in Deutschland auf einen Krieg einstellt

Heidi Parade[Mainz]

Auch in Deutschland sind die Vorbereitungen der USA auf einen eventuellen Krieg gegen den Irak angelaufen. Dabei spielen der US-Luftwaffenstützpunkt in Spangdahlem in der Eifel und die Airbase in Ramstein in der Pfalz eine besondere Rolle. Die US-Militärs indes äußern sich ziemlich wortkarg, wenn es um die Frage nach den Kriegsvorbereitungen geht. „Wir sind immer vorbereitet“, reagiert die Pressesprecherin des 86. Lufttransportgeschwaders auf der Airbase Ramstein schroff auf entsprechende Fragen. „Wir haben bis dato weder einen Einsatz- noch einen Marschbefehl.“

Da auf der Airbase Ramstein auch das europäische Zentrum für medizinische Lufttransporte der US-Luftwaffe angesiedelt ist, obliegen dem Hospital Landstuhl alle Behandlungs- und Versorgungsaufgaben. Der Raum Kaiserslautern beherbergt mit 38 000 Soldaten – deren Familien eingeschlossen – die größte US-Garnison in Europa. Ramstein, unter anderem auch Sitz der Kommandozentrale der alliierten Luftstreitkräfte in Europa- Mitte, ist hinsichtlich Personal und Fläche der größte Flugplatz der Amerikaner außerhalb der USA und als Drehscheibe für Versorgung, Transport und Nachschub der wichtigste in Europa. „Viel wird hier noch nicht vorbereitet“, sagt der Sprecher des Hauptquartiers der US-Luftstreitkräfte. Und die Stimmung unter den Soldaten? „Es gibt sicherlich keine Freudenausbrüche, aber hier sitzt auch keiner zerknittert da.“

Auf dem Flugplatz Spangdahlem, der von der Zahl der dort stationierten Flugzeuge her der größte Militärflughafen der US-Luftstreitkräfte in Europa ist, sind die Kriegsvorbereitungen angelaufen. Diese Airbase spielt mit den Kampfjets des 52. Jagdgeschwaders eine zentrale Rolle in der globalen Strategieplanung der US-Airforce. „Wir haben Marschbefehl bekommen für unser hoch motiviertes Personal“, so die Sprecherin. 500 der insgesamt 5000 Soldaten seien bereits verlegt worden, weitere 200 würden folgen. „Zudem haben wir ein Dutzend F-16-Flugzeuge verlegt, und es werden weitere folgen.“

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sicherte für den Fall eines Krieges einen umfassenden Schutz der US-Militäreinrichtungen im Land zu. Die Grünen appellierten an ihn, den USA im Falle eines Angriffs auf den Irak die Nutzung der Basen Ramstein und Spangdahlem zu verweigern. Das wies Beck mit dem Hinweis zurück, dass es für die Nutzung von Militärbasen in Deutschland eine vertragliche Grundlage im Nato-Truppenstatut gebe.

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