Politik : "Als Mutter bin ich nicht bereit, meinen Sohn zu opfern"

"Ich als Mutter bin nicht bereit, der gescheiterten Politik in einem fremden Land meinen Sohn zu opfern." Mit diesen Worten wendete sich die Mutter eines derzeit in Mazedonien stationierten deutschen Soldaten aus Erfurt am Donnerstag verzweifelt an die Öffentlichkeit."Vielleicht können wir, wenn wir uns zusammenschließen, noch im letzten Moment einen Einfluß auf diese unheilvolle Entwicklung nehmen."



"Wenn das Schule macht, können bald überall auf der Welt Militärbündnisse einmarschieren, und wir können nichts dagegen sagen", sagte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Friedrich Schorlemmer."Wer da reingeht, muß schon wissen, was das Unternehmen soll, und wie er da wieder rauskommt."



"Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf Berichterstattung jenseits von Kriegspropaganda", kritisierte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) die Arbeitsbedingungen vor Ort.



"Ich verstehe meine Spieler.Handball ist nicht mehr wichtig." Mit diesen Worten reagierte der Handball-Trainer des THW Kiel, Zvonimir Serdaruscic.Der deutsche Handball-Meister muß am Wochenende in der Endrunde um den DHB-Pokal in Hamburg möglicherweise auf Torjäger Nenad Perunicic und Torhüter Goran Stojanovic verzichten.Die beiden Jugoslawen wollen eventuell in ihre Heimat zurückkehren, um in den schweren Zeiten bei ihren Angehörigen zu sein.



"Sie sollten uns helfen, es ist eine Frage der Ehre für sie", sagte eine Frau."Ja, sie werden uns helfen, sie werden viel Ansehen verlieren, wenn sie es nicht tun", erwiderte eine andere.Ein Dialog über die mögliche Hilfe Moskaus zwischen zwei Ladenbesitzern in Belgrad.



"Ich bin alt, und mir ist das alles egal, aber meine Kinder und Enkel sind sehr erschrocken." Ein 70 Jahre alter Mann, der sich in einem Luftschutzkeller noch an die Angriffe der Deutschen und Alliierten auf Belgrad im Zweiten Weltkrieg erinnert.



"Ich kann es nicht glauben.Wir sind im 20.Jahrhundert, mitten in Europa, und es ist Krieg.Ist es möglich? Der Westen, unsere Freunde, werfen Bomben auf uns", sagt eine 30jährige Frau in Belgrad.



"Ich bin schockiert.Dieser Krieg wird auch uns hineinreißen" - "Ich habe keine Angst.Das ist kein richtiger Krieg, außerdem schützt uns die Nato." Meinungen einer jungen Frau und eines Rentners im benachbarten Mazedonien.



"Ich kann gar nicht mehr schlafen." Die Ehefrau eines Soldaten, der in Mazedonien stationiert ist.Sie hoffe nur, daß ihr Mann nicht auch noch in den Kosovo müsse.



"Ruhig, aber angespannt", sei die Stimmung bei den rund 2000 Soldaten des Jagdbombergeschwaders 32 in Lagerlechfeld bei Augsburg, sagte der dortige stellvertretende Standortkommandeur, Oberstleutnant Uwe Ahrens.



"Wir dürfen uns nicht auf einen Bodenkrieg einlassen, sonst sind wir schlechter dran als damals die Amerikaner in Vietnam", meint ein 80jähriger ehemaliger Soldat in einem deutschen Fliegerhorst.



"Die serbische Polizei verletzt in zunehmendem Maße die innerstaatlichen und internationalen Regeln im Umgang mit Gefangenen." Das sagte der UNO-Menschenrechtsberichterstatter Jiri Dienstbier und warf den serbischen Sicherheitskräften zahlreiche Fälle von Folter und Willkürmaßnahmen gegen Kosovo-Albaner vor.



"Clobba Slobba", titelte in 7,5 Zentimeter hohen Buchstaben die Boulevardzeitung "Sun".Das hieß, wollte man daraus einen verständlichen Satz bilden, etwa: "Slobba" (Slobodan Milosevic) "fertiggemacht".



"Liegt das in Europa oder ist das eine Tankstelle oder sowas?".Eine Antwort von vielen in den USA auf die Frage an Passanten oder Barbesucher, was das Kosovo sei.

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