Politik : Alte Bahncard ab August

Spontanbucher können wieder zum halben Preis reisen

Carsten Brönstrup

Berlin . Die Deutsche Bahn ändert erneut ihr Preissystem. Vom 1. August an soll es wieder eine Bahncard mit 50 Prozent Rabatt geben, sagte Konzernchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch in Berlin. Sie werde allerdings teurer sein als die alte Bahncard, die noch bis zum Dezember vergangenen Jahres verkauft wurde. Außerdem will das Unternehmen die Frühbucher-Regelungen vereinfachen.

Damit reagierte die Bahn auf die Kundenverluste im ersten Halbjahr und die scharfen Proteste gegen das neue Tarifsystem von Politikern, Umwelt- und Fahrgastverbänden. „Die Kunden haben das System nicht akzeptiert, weil es zu kompliziert war“, räumte Mehdorn ein. Besonders die Kombination der verschiedenen Rabattmöglichkeiten für Familien, Mitfahrer oder Frühbucher habe den Bahnfahrern nicht eingeleuchtet.

Nun soll es eine Familie von Bahncards geben, mit denen die Kunden 25, 50 oder 100 Prozent Ermäßigung bekommen. Die 50-Prozent-Bahncard soll 200 Euro für die Zweite Klasse kosten – früher waren es 140 Euro. Senioren, Studenten, Lehrlinge, Behinderte und auch Lebenspartner zahlen nur 100 Euro. Mit ihr lassen sich auch die Mitfahrer-Rabatte kombinieren. Die 100-Prozent-Ermäßigung entspricht der früheren Netzkarte und soll 3000 Euro pro Jahr kosten.

Zudem wird die Frühbucher-Regelung vereinfacht: Wer sich mindestens drei Tage vorher auf einen Zug festlegen will, bekommt 25 oder 50 Prozent Ermäßigung. Dazu ist keine Bahncard nötig – wer eine besitzt, bekommt beim frühen Ticketkauf jedoch keine zusätzliche Ermäßigung mehr. „Einfach einsteigen, einfach Sparen“, heiße jetzt die Devise, sagte Mehdorn. Wer in den vergangenen Monaten eine Bahncard gekauft hat, kann diese umtauschen und bekommt dann den Restwert angerechnet.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar