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Altersvorsorge : Rentenerhöhung 2017 deutlich niedriger als in diesem Jahr

Im kommenden Jahr steigen die Renten um bis zu zwei Prozent. Allerdings ist der Sinkflug im Vergleich zum Durchschnittsverdienst der Beschäftigen erst einmal gestoppt.

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Bekommen etwas mehr Geld: Rentner, hier auf einer Parkbank in Dresden. Foto: dpa
Bekommen etwas mehr Geld: Rentner, hier auf einer Parkbank in Dresden.Foto: dpa

Die 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich 2017 mit einem deutlich geringerem Plus als in diesem Jahr bescheiden. Ihre Renten steigen diesmal nur um bis zu zwei Prozent. Das gab die Deutsche Rentenversicherung Bund am Donnerstag in Würzburg bekannt. Im Juli dieses Jahres betrug die Steigerung 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten. Sie war damit so hoch seit 23 Jahren nicht mehr.

Die Spanne liegt bei 1,5 bis 2,0 Prozent

Nach den Worten von Rentenpräsident Axel Reimann stehen die genauen Anpassungssätze zwar erst im Frühjahr fest. Die erwartete Spanne werde aber bei 1,5 bis 2,0 Prozent liegen. Damit werde sich das Rentenniveau wieder leicht erhöhen - auf 48,2 Prozent. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler im selben Jahr.

Bereits in diesem Jahr war das bisher im Sinkflug befindliche Rentenniveau erstmals wieder gestiegen. Es erreichte 48 Prozent - nachdem es 2015 noch 47,8 Prozent betragen hatte. Momentan streitet die Koalition darüber, ob man das Sinken des Rentenniveaus nach dem Jahr 2030 nicht durch "Haltelinien" begrenzen muss.

Rentenniveau höher als erwartet

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte allerdings bereits darauf verwiesen, dass man bei der Prognose des Rentenniveaus für 2020 von 47,9 Prozent und für 2030 von 44,5 Prozent ausgehe. Damit liege man dann auch eine politische Eingriffe deutlich über den gesetzlich vorgegebenen Sicherungszielen.

Als Hauptgrund für die günstige Entwicklung nannten die Rentenversicherer die weiterhin gute Beschäftigungslage.

Unter der Lohnentwicklung, aber über der Inflation

Nach den Worten ihrer amtierenden Vorstandschefin Annelie Buntenbach blieben die Anpassungen der vergangenen zehn Jahre zwar unter der Lohnentwicklung. Sie hätten aber über der Inflationsrate gelegen. Während die Verbraucherpreise seither um etwa 12,2 Prozent gestiegen seien, hätten die Renten in den alten Ländern um 15,9 Prozent und in den neuen sogar um mehr als 24 Prozent zugelegt.

Nach den Worten Reimanns wird für 2017 ein Anstieg der Pro-Kopf-Löhne von 2,5 Prozent und für 2018 ein Plus von 2,4 Prozent unterstellt. Für die Jahre danach rechne man mit 2,9 Prozent. Dank der guten Arbeitsmarktlage gehen die Versicherer davon aus, dass auch der Beitragssatz bis 2021 nicht erhöht werden muss.

Erhöhungen von 2016 waren eine Ausnahme

Dass die Erhöhung im kommenden Jahr niedriger ausfällt als in diesem, ist nicht auf eine schlechtere Finanzsituation, sondern zum Großteil auf Einmaleffekte zurückzuführen. Aufgrund von EU-Vorgaben waren die Durchschnittslöhne bei der Rentenanpassung 2015 anders berechnet und niedriger angesetzt worden - was im Folgejahr dann wieder ausgeglichen werden musste. Zudem hatte sich die Beitragssenkung vom Januar 2015 von 18,9 auf 18,7 für 2016 rentensteigernd ausgewirkt. (mit dpa)

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