Politik : Althaus schreibt Brief an Witwer

Erfurt - Knapp fünf Monate nach dem tödlichen Skiunfall wartet der Witwer von Beata Christandl auf ein Schuldbekenntnis von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). In einem Brief an den Witwer versuche Althaus, seine persönliche Schuld zu relativieren und stehe nur zu seiner juristischen Verantwortung, sagte der Rechtsanwalt des Witwers, Alexander Rehrl aus Salzburg, dem „Spiegel“. Althaus spreche weiterhin von einer Verkettung unglücklicher Umstände, die zu dem tragischen Unfall im Skigebiet Riesneralm in Österreich geführt habe. „Mein Mandant hätte sich gewünscht, dass Herr Althaus sich zu seiner Schuld bekennt.“

Die 41 Jahre alte Beata Christandl war bei dem Zusammenstoß mit Althaus am Neujahrstag ums Leben gekommen. Im Nachrichtenmagazin „Focus“ betonte Althaus, er habe an den Unfall und die Zeit direkt danach keine Erinnerung. Deshalb habe er sich zunächst nur indirekt – mit Hinweis auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft – zu seiner Schuld bekannt. „Ich bin natürlich darauf angewiesen, dass die juristische Frage geklärt ist, aber ich bin genauso darauf angewiesen, dass ich Vergebung erfahre“, sagte Althaus.

Ein österreichisches Gericht hatte Althaus im März zu 33 000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er am Neujahrstag mit hoher Geschwindigkeit gegen die Fahrtrichtung in eine kreuzende Piste eingefahren war. Vor diesem Hintergrund haben in Österreich Schadenersatzverhandlungen zwischen Althaus und den Hinterbliebenen begonnen. Der Anwalt des Witwers geht davon aus, dass bis Ende Mai Einigung erzielt werde. Das Opfer hinterlässt einen Sohn, der zum Zeitpunkt des Unfalls ein Jahr alt war. dpa

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