Altkanzler : Schröder wirbt für "Agenda 2030"

Altbundeskanzler Gerhard Schröder rät der SPD, wieder stärker in die politische Mitte zu rücken und er plädiert für eine "Agenda 2030", die vor allem den demografischen Wandel im Blick hat.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder rät seiner Partei, wieder stärker in die Mitte zu rücken.
Ex-Kanzler Gerhard Schröder rät seiner Partei, wieder stärker in die Mitte zu rücken.Foto: Mike Wolff

Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht für die Bundestagswahl 2013 in einer erneuten Koalition von SPD und Grünen die beste Option für Deutschland. "Ich wünsche mir, dass es auf Bundesebene zu einer Neuauflage von Rot-Grün kommt", sagte Schröder dem „Handelsblatt“ in einem Interview. In Nordrhein-Westfalen rechnet Schröder bei der Landtagswahl am 13. Mai fest damit, "dass die Regierung von Hannelore Kraft bestätigt wird, weil sie eine wirklich gute Arbeit geleistet hat". Hinzu komme, dass sich der CDU-Kandidat Norbert Röttgen gerade selbst zerlege.

Schröder hatte von 1998 bis 2005 im Bund ein erstes, nicht immer reibungslos arbeitendes rot-grünes Bündnis geführt. Schröder, der wegen der Agenda 2010 in der Partei seinerzeit viel Kritik einstecken musste, riet der SPD-Spitze, wieder stärker in die politische Mitte zu rücken. "Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Die SPD war immer dann erfolgreich, wenn das sozialpolitische Programm um ökonomischen Sachverstand ergänzt wurde."

Die SPD sei gut beraten, das Thema Finanzmarktregulierung und stärkere Kontrolle der Banken intensiv im Wahlkampf zu betreiben, betonte Schröder. Beispielsweise sei der Bereich der Schattenbanken immer noch sträflich unreguliert. Er halte zudem den Aufbau einer europäischen Ratingagentur, die nicht von der Finanzindustrie bezahlt werde, für unabdingbar.

Schröder plädierte für eine "Agenda 2030". "Vor allem wegen der Alterung der Gesellschaft brauchen wir ein überzeugendes Konzept. Wir brauchen eine höhere Erwerbsquote, um unsere wirtschaftliche Stellung halten zu können", sagte Schröder in dem Interview. Die Debatte über eine nachträgliche Senkung des Renteneintrittsalters verfolge er mit großer Sorge. "Die Rente mit 67 Jahren ist richtig. Weiterhin lassen sich die demografischen Probleme nur mit massiven Hilfen für die Integration von Ausländern und einer gezielten Einwanderungspolitik auffangen. Wir brauchen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört auch, die Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft deutlich zu erhöhen." (dpa/Tsp)

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