Politik : Am Rande notiert

Bei den Rentierhirten: Auch die als Kreml-Finanziers geltenden Unternehmer Boris Beresowski und Roman Abramowitsch schafften nach vorläufigen Ergebnissen den Einzug in die Duma. Abramowitsch siegte mit fast 60 Prozent der Stimmen im dünn besiedelten Tschuktschen-Gebiet im Fernen Osten, in dem hauptsächlich Rentierhirten herumziehen. Seltsam entwickelte sich die Auszählung der Stimmen in Beresowskis Wahlkreis in der Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien im Kaukasus. Während die Wahlkommission am frühen Morgen noch die Kommunistin Michailowitsch mit 66 Prozent vorne sah, übernahm der Milliardär wenige Stunden später mit knapp 40 Prozent die Führung.

Eigensinnige Metropolen: Die Ergebnisse der Duma-Wahl in den Metropolen Moskau und Sankt Petersburg unterscheiden sich deutlich von den Resultaten im Rest von Russland. In den beiden Städten konnten vor allem die Partei Vaterland - Ganz Russland (OWR) von Ex-Ministerpräsident Jewgeni Primakow und die oppositionelle Reformpartei Jabloko überdurchschnittlich gewinnen. Die OWR, die auch von Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow unterstützt wird, erhielt in der Hauptstadt 41,92 Prozent der Stimmen. Landesweit liegt das Bündnis bei knapp zehn Prozent. Im Gegensatz dazu erhielt das dem Kreml nahestehende Wahlbündnis "Einheit" in Moskau 7,89 Prozent gegenüber landesweit rund 25 Prozent.

Deutsche Hoffnungen: Die deutschen Unternehmen hoffen nach der Duma-Wahl auf neue Impulse für die deutsch-russischen Beziehungen. Der Ausgang habe auf jeden Fall einen positiven Effekt für deutsche Unternehmen, meinen Experten. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hofft durch die Stärkung des regierungsnahen Lagers um Ministerpräsident Putin auf neue Perspektiven.

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