Politik : Amerika diskutiert die Folgen eines Angriffs auf Iran

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Washington - Direkt vor Außenminister Frank-Walter Steinmeiers Besuch in den USA am Montag und Dienstag schreckt Amerika eine Debatte über mögliche Folgen eines Militärschlags gegen Irans Atomprogramm auf. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste würde Iran mit weltweiten Terroranschlägen, auch gegen Zivilisten in den USA, Europa und auf weiteren Kontinenten antworten, berichtet die „Washington Post“. Teheran betrachte die aus dem Libanon operierende Hisbollah als „verlängerten Arm“. Von allen Terrororganisation habe sie bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 die meisten Amerikaner umgebracht. Irans Geheimdienst hat ebenfalls viele Morde im Ausland verübt. Meist waren iranische Dissidenten die Opfer. Die Diskussion um Irans potenzielle Reaktionen seien „das große Thema“ in Geheimdienstkreisen, so die Zeitung. Dabei seien derzeit nicht einmal begrenzte Luftangriffe geplant. Präsident George W. Bush setze auf eine diplomatische Lösung. Irans Nuklearstätten seien weit verstreut, die Geheimdiensterkenntnisse begrenzt – deshalb sei es fraglich, ob man das mutmaßliche Bombenprogramm so stoppen könne. Ein Militärschlag würde die muslimische Welt aufbringen, den Reformern in Iran schaden und eventuell zu einer Kooperation von Hisbollah und Al Qaida führen.

Steinmeier trifft am Montag den außenpolitischen Ausschuss des Senats, am Dienstag Außenministerin Condoleezza Rice. Auch die USA-Reise von Angela Merkel Anfang Mai ist ein Thema. cvm

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