Politik : Amerika setzt ein Zeichen für Toleranz Lesbische Sportlerinnen in Delegation für Sotschi

Washington - Die USA setzen mit ihrer offiziellen Delegation bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi demonstrativ ein Zeichen der Toleranz und werden gleichzeitig keine hochrangigen Staatsvertreter nach Russland entsenden. So wird die einstige Tennislegende Billie Jean King dabei sein, die sich als eine der ersten prominenten Sportlerinnen zu ihrer Homosexualität bekannte. Auch die lesbische zweimalige Olympiamedaillen-Gewinnerin im Eishockey, Caitlin Cahow, gehört der Delegation an, wie das US-Präsidialamt mitteilte.

Bei der Eröffnungszeremonie wird die Abordnung von der ehemaligen Heimatschutzministerin und heutigen Leiterin der Universität von Kalifornien, Janet Napolitano, angeführt. Zur Abschlussfeier übernimmt der stellvertretende US-Außenminister William Burns diese Aufgabe. Für die Sommerspiele 2012 in London hatte das Weiße Haus noch die First Lady Michelle Obama als Delegationsleiterin ernannt.

Russland ist im Vorfeld der Winterspiele wegen eines Gesetzes in die Kritik geraten, das die öffentliche Darstellung von Homosexualität unter Strafe stellt. Im Westen und von russischen Menschenrechtlern wird es als Diskriminierung Homosexueller gesehen. Präsident Wladimir Putin hat dagegen mehrfach betont, dass Schwule und Lesben bei den Spielen im Februar in Sotschi willkommen seien und das Gesetz lediglich dem Schutz von Kindern diene. In Russland kommt es derzeit immer wieder zu Übergriffen auf Homosexuelle.

Mehrere westliche Staaten schicken weniger hochrangige Repräsentanten nach Sotschi als früher. Bundespräsident Joachim Gauck erklärte vor kurzem, er werde nicht zu den Winterspielen reisen, ohne dies näher zu begründen. EU-Kommissarin Viviane Reding und Frankreichs Staatschef François Hollande wollen ebenfalls auf eine Reise nach Sotschi verzichten. dpa/AFP

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