Politik : Amnesty International: In 125 Ländern wird gefoltert

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat an multinationale Unternehmen appelliert, sich für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. "Besonders jene Konzerne sind gefordert, die in Staaten aktiv sind, in denen es massive Menschenrechtsverletzungen gibt", sagte die Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland, Barbara Lochbihler.

In dem am Mittwoch vorgestellten Jahresbericht verweist Amnesty auch auf die negativen Folgen der Globalisierung. Diese habe zwar zu einem enormen wirtschaftlichen Wachstum geführt, werde aber zugleich begleitet von wachsender Verschuldung und Armut. "Mit der Ausbreitung der Armut ist nahezu zwangsläufig eine Eskalation der Menschenrechtsverletzungen einhergegangen", kritisiert Pierre Santé, der Generalsekretär von Amnesty International, im Vorwort des Jahresberichts.

In Deutschland bemängelte Amnesty erneut die Hafteinrichtungen für Asylbewerber am Flughafen Frankfurt/Main. Zugleich forderte die Menschenrechtsorganisation sorgfältigere Ermittlungen im Fall des Sudanesen Aamir Ageeb, der 1999 bei seiner Abschiebung ums Leben kam. "Wir vermuten, dass nicht mit vollem Einsatz ermittelt wird", sagte Lochbihler.

Der Jahresbericht 2001 dokumentiert Menschenrechtsverletzungen in 149 Staaten. In 125 Staaten wurde gefoltert. Die Todesstrafe wurde im vergangenen Jahr in 28 Staaten angewendet. Dabei sind China, Iran, Saudi-Arabien und die USA nach Angaben von Amnesty für die meisten der über 1400 Hinrichtungen verantwortlich.

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