Politik : Amnesty international prangert Regierung in Jakarta an - "systematische Vertreibungen"

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat die Verfolgung von Flüchtlingen aus Ost-Timor in West-Timor und anderen Teilen Indonesiens kritisiert. "Die Lage der Vertriebenen wird jeden Tag kritischer", heißt es in einer am Freitag in London verbreiteten Erklärung. Die massenhaften Menschenrechtsverletzungen in Ost-Timor und in Indonesien seien offenbar eine wohlüberlegte Politik der Vertreibung durch die indonesischen Streitkräfte (TNI). Flüchtlingslager würden durchsucht, Menschen entführt und ermordet. Nach glaubwürdigen Augenzeugenberichten seien am 11. September 35 junge Ost-Timorer an Bord eines Schiffes getötet worden, das auf dem Weg von Ost-Timors Hauptstadt Dili nach Kupang im Westteil der Insel war. Unabhängigkeitskämpfer Gusmao will die Timorer aus ganz Indonesien nach Ost-Timor bringen. Gusmao sagte in Lissabon, bereits in der kommenden Woche solle mit der Rückführung aller Timorer begonnen werden. Dagegen hieß es im australischen Rundfunk, Indonesien plane die zwangsweise Ansiedlung von 100 000 Menschen, die aus Ost-Timor geflohen sind, in West-Timor und auf anderen indonesischen Inseln.

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