Politik : Amnesty prangert Zustand in Japans Todeszellen an

Tokio - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat „grausame, unmenschliche und erniedrigende Zustände“ in den Todeszellen japanischer Gefängnisse angeprangert. 97 zum Tode verurteilte Gefangene lebten in ständiger Angst, jederzeit gehenkt werden zu können, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. Mehrere von ihnen treibe das in den Wahnsinn. Diejenigen, die alle Rechtsmittel ausgeschöpft hätten, müssten jeden Tag damit rechnen, dass das Todesurteil binnen weniger Stunden vollstreckt werde. „Einige leben so Jahr für Jahr, manchmal Jahrzehnte“, heißt es in der Erklärung. Die Gefangenen im Todestrakt leben demnach in nahezu vollständiger Isolation. „Abgesehen vom Gang zur Toilette ist es den Gefangenen nicht gestattet, sich in der Zelle zu bewegen“, schreibt Amnesty. Stattdessen müssten sie die Zeit im Sitzen verbringen. AFP

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