Amoklauf in Emsdetten : Union nimmt Waffenrecht ins Visier

Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Emsdetten sind in der Union Stimmen laut geworden, die eine Überprüfung der Waffengesetze fordern.

Passau - Wenn das Waffenrecht zunehmend unterlaufen werde, "müssen wir das rechtliche Instrumentarium überprüfen", sagte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) der "Passauer Neuen Presse". Der CSU-Innenexperte Stephan Meyer sprach sich für schärfere Kontrollen des Internets aus. "Es muss analysiert werden, wo es Schwachpunkte bei der Überwachung von Waffen-Versteigerungen im Internet gibt", sagte der Bundestagsabgeordnete. Er sehe "ganz klaren Handlungsbedarf".

Auch Bayerns Innenminister Günter Beckstein (CSU) sprach sich für eine stärkere Internetüberwachung durch die Polizei aus. Schwere Straftaten wie unerlaubter Waffenverkauf und die Beschaffung von Drogen über das Internet sollten verfolgt werden, sagte Beckstein der "Financial Times Deutschland". Nach seiner Ansicht sollte die Polizei "im zunehmenden Umfang" im Internet surfen. Die derzeitige Überwachungspraxis müsse zudem ausgeweitet werden. "Bisher ist die Internetüberwachung stark auf Terrorismus und Kinderpornographie fokussiert", sagte der CSU-Politiker. Er forderte zugleich eine bessere Koordinierung zwischen den Bundesländern.

Der Amokläufer von Emsdetten hatte sich ersten Ermittlungen zufolge einen Teil seiner Waffen offenbar über das Internet besorgt. (tso/AFP)

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