Politik : Amtsinhaberin Kumaratunga favorisiert - 70 Prozent Beteiligung

In Sri Lanka ist am Dienstag ein neuer Präsident gewählt worden. Es wird erwartet, dass die derzeitige Präsidentin Chandrika Kumaratunga als Siegerin aus den Wahlen hervorgeht. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 70 Prozent. Das Wahlergebnis sollte am Mittwoch vorliegen.

Nach den Bombenanschlägen vom vergangenen Wochenende, bei denen 38 Menschen ums Leben gekommen waren, kam es auch während der Wahl am Dienstag zu tödlichen Zwischenfällen. Insgesamt starben nach bisherigen offiziellen Angaben sechs Menschen. In Dumbalasurija, etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo, sollen Demonstranten vor einem Wahllokal einen Polizeiwagen angegriffen haben. "Sie schossen auf den Wagen, und unsere Einsatzkräfte haben zurückgeschlagen und zwei von ihnen getötet", sagte ein Polizeisprecher. Bei den beiden Getöteten handele es sich um Anhänger Kumaratungas. In dem 30 Kilometer nördlich von Colombo gelegenen Negombo griffen bewaffnete Unbekannte die Häuser von Anhängern der oppositionellen Vereinigten Nationalen Partei an.

Überall im Land wurde die Wahl von einem Großaufgebot der Polizei gesichert. Der Ausgang der Wahl gilt als Vorentscheidung für den Kurs der Regierung im Bürgerkrieg mit den separatistischen Tamilen. Während Kumaratunga auf eine militärische Lösung setzt und den Tamilen ein autonomes Gebiet im Nordosten der Insel Ceylon anbietet, tritt ihr Herausforderer Ranil Wickremesinghe für bedingungslose Friedensverhandlungen mit den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) ein, die seit 16 Jahren für einen eigenen Staat kämpfen und die Regierungstruppen zuletzt in die Defensive gedrängt haben. Wenn kein Bewerber die absolute Mehrheit erreicht, werden auch die von den Wählern angegebenen Zweitpräferenzen ausgewertet.

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