Politik : André Heller holt Weltstars zur WM-Eröffnung in Berlin

Der Brite Brian Eno soll das Musikprogramm zusammenstellen / 30 Millionen Euro für die Kultur zum Fußball

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Berlin (ide/mos/oom). Weltstars aus Kunst und Kultur werden das Rahmenprogramm der FußballWeltmeisterschaft 2006 in Deutschland bilden. So soll beispielsweise der britische Avantgarde-Musiker Brian Eno an der Eröffnungsveranstaltung am 8. Juni 2006 in Berlin mitwirken. Er habe es geschafft, Eno dafür als Musikkurator zu gewinnen, sagte der österreichische Konzeptkünstler André Heller, der das WM-Kulturprogramm verantwortet, dem Tagesspiegel.

Bereits im Vorfeld des Sportereignisses wird der Schweizer Ausstellungsmacher (er leitete 1999 und 2001 die Biennale in Venedig) Harald Szeemann eine Ausstellung zu „Fußball in der bildenden Kunst“ zusammenstellen. Außerdem wollen die Goethe-Institute eine Fotoschau zur „Weltsprache Fußball“ mit Bildern der Fotoagentur Magnum veröffentlichen. Teile sollen in diesem Sommer bei der Fußball-EM in Portugal und den Olympischen Spielen in Athen zu sehen sein. Das geht aus Dokumenten der Kulturstiftung hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen. In der vom Bundestag eingerichteten Stiftung entscheiden Vertreter aus Politik, Kunst und Sport über die Förderung von Kulturvorhaben zur WM. „Wir wollen Projekte unterstützen, die internationalen Kunst- und Kulturstandards genügen“, sagt Göttrik Wewer, der Staatssekretär im Bundesinnenministerium ist und dem Aufsichtsrat der Kulturstiftung vorsteht.

Auch kulturelle Großereignisse sollen in das offizielle Programm einbezogen werden. So soll bei der Berlinale im Februar 2006 ein Talentwettbewerb mit 500 Kurzfilmen über das Fußballspiel ausgeschrieben werden.

Das Kulturprogramm wird mit 30 Millionen Euro finanziert, die aus den Erlösen von Sondermünzen erwirtschaftet werden sollen. Kern der Aktivitäten ist ein überdimensionaler Fußball-Globus, der bereits durch die deutschen WM-Städte tourt und in dem Diskussionen und Lesungen stattfinden. „Eine Fußball-WM ist ein kulturelles Schaufenster ersten Ranges“, sagt Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt. „Der Bundesregierung geht es darum, Besuchern aus aller Welt Deutschland nicht nur sportlich, sondern ebenso kulturell nahe zu bringen.“

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