Politik : Andrea Klump: Terroristin gesteht Anschlag

Die mutmaßliche RAF-Terroristin Andrea Klump hat erstmals ihre Beteiligung an einem gescheiterten Anschlag auf einen US-Militärstützpunkt in Spanien im Jahr 1988 gestanden. Klump sagte am Dienstag vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht: "Ich war an ihm beteiligt. Es handelte sich nicht um eine Sache der Roten Armee Fraktion (RAF)." Hintermänner des Anschlags seien Palästinenser gewesen. Klump muss sich wegen Mitgliedschaft in der RAF verantworten. Sie hatte bisher erklärt, sie sei nie in der RAF organisiert gewesen.

Im Jahr 1988 reiste Klump laut Anklage zusammen mit Meyer nach Spanien, um dort mit einem weiteren, bisher unbekannten RAF-Mitglied einen Sprengstoffanschlag gegen Nato-Angehörige zu verüben. Ziel des Anschlags sollte ein Hotel in Rota sein, dessen Diskothek überwiegend Militärangehörige des nahe gelegenen Nato-Flotten- und Luftwaffenstützpunktes besuchten. Am 17. Juni 1988, als das RAF-Kommando die letzten Vorbereitungen getroffen und 13,5 Kilogramm Sprengstoff an einem gestohlenen Moped befestigt habe, sei jedoch ein selbst gebastelter Zünder vorzeitig explodiert, ohne dass es allerdings zu einer großen Detonation gekommen sei. Die drei mutmaßlichen Terroristen seien daraufhin zu Fuß geflüchtet. Auf einem Campingplatz hätten sie ein englisches Ehepaar mit Kind gezwungen, sie in ihrem Wohnmobil nach Sevilla zu fahren. Dort seien sie untergetaucht. Über die Identität des zweiten Mannes wollte sich Klump nicht äußern.

Klump hatte sich im Sommer 1984 mit Meyer in den Libanon abgesetzt. Dort habe sie sich von Palästinensern für den Anschlag anwerben lassen. "Für mich war die Beteiligung eine Möglichkeit, aus dem Libanon auszubrechen und wegzukommen", gestand Klump unter Tränen. "Heute weiß ich, dass es die falsche Entscheidung war." Laut Klump sollte "möglichst großer materieller Schaden entstehen, ohne Menschenleben zu gefährden". Ziel sei es gewesen, die Verwundbarkeit der Weltmacht USA zu demonstrieren.

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