Politik : Angehörige sorgen sich um Irak-Geiseln

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Leipzig/Berlin/Washington (dpa) - Knapp drei Wochen nach der Entführung der Deutschen René Bräunlich und Thomas Nitzschke im Irak wächst bei den Angehörigen die Angst um das Leben der Geiseln. „Es wird jetzt absolut zermürbend, man erfährt überhaupt nichts“, sagte Ingeborg Bräunlich, die Mutter von René Bräunlich, am Samstag. „Das letzte Video ist schon so lange her, ich werde immer unruhiger.“ Bräunlich wird an diesem Sonntag 32 Jahre alt.

Seit einer Videobotschaft der Geiselnehmer Ende Januar fehlt jedes Lebenszeichen von den Technikern, die in der nordirakischen Stadt Baidschi entführt worden waren. Die Bundesregierung bemüht sich weiterhin um die Freilassung. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sollte am Samstag erneut der Krisenstab zusammentreten. Er arbeite „mit Geduld und Umsicht, aber ohne nachlassende Energie“ daran, die beiden Männer aus Leipzig aus den Händen der Entführer zu befreien, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Geiselnehmer hatten vor knapp zwei Wochen mit der Ermordung der Männer gedroht und die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad und einen Abzug aller deutschen Firmen aus dem Irak gefordert.

Unterdessen haben die Entführer der Anfang Januar gekidnappten US-Journalistin Jill Carroll im Irak eine „letzte Frist“ zur Erfüllung ihrer Bedingungen gesetzt. Das berichtete der kuwaitische Sender Alrai am Freitag unter Berufung auf den Entführern „nahe stehende Quellen“. Danach soll Carroll getötet werden, wenn den Forderungen nicht bis zum 26. Februar nachgekommen wird. Die Entführer verlangen die Freilassung aller weiblichen Gefangenen in US-Gewahrsam im Irak. dpa

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