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Angriff auf Peschmerga-Kämpfer : IS soll im Nordirak Giftgas-Granaten abgefeuert haben

Im Nordirak soll die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kurdische Peschmerga-Kämpfer mit Giftgas-Granaten beschossen haben. In der Region sind auch 88 Bundeswehr-Soldaten stationiert.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer kontrollieren ihre Waffen.
Kurdische Peschmerga-Kämpfer kontrollieren ihre Waffen.Foto: REUTERS

Die von der Bundeswehr ausgebildeten Kurden-Kämpfer im Nordirak sind zum Ziel eines Chemiewaffenangriffs geworden: Deutsche Soldaten in der Region seien dabei "nicht betroffen und nicht gefährdet" gewesen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin. "Eine Gefährdung in diesem konkreten Fall war aufgrund der großen Entfernung völlig ausgeschlossen."

In der Kurden-Hauptstadt Erbil halten sich aktuell 88 Bundeswehr-Soldaten auf. Sie bilden Peschmerga und inzwischen auch jesidische Iraker für den Kampf gegen den IS aus.

Allerdings hätten kurdische Peschmerga-Kämpfer Reizungen der Atemwege durch das Giftgas davongetragen. Aus Bagdad seien irakische und US-Spezialisten zum Einsatzort unterwegs, um die genauen Umstände zu prüfen, sagte der Ministeriumssprecher.

Die Bundeswehr sieht für ihre Soldaten im Kurdengebiet keine erhöhte Gefahr. Konkrete Konsequenzen für den Fortgang des Bundeswehreinsatzes im Nordirak werde der Chemiewaffenangriff nicht haben: "Der Schutz unserer Soldaten im Nordirak ist ohnehin auf dem höchsten Stand", sagte der Ministeriumssprecher.

Die vom "Islamischen Staat" in dem Gebiet eingesetzten Geschütze haben in der Regel eine Reichweite von etwa zwei Kilometern. Mit einem weiteren Vorrücken der Terrormiliz in Richtung Erbil rechnen Experten zur Zeit nicht.

In den vergangenen Wochen hatte es schon mehrfach Berichte über den Einsatz von Chlorgas im Irak gegeben, die sich aber bislang nicht bestätigt haben. (dpa)


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