Politik : Angriff der "Tomahawks"

WASHINGTON (AP/rtr).Die Gefahr kam aus dem Süden: Um einen möglichen Vergeltungsschlag auf Kuwait von vornherein zu verhindern, begann die die "Operation Wüstenfuchs" im Süden Iraks.In der ersten Phase der Offensive setzten sie die Amerikaner rund 300 Marschflugkörper vom Typ "Tomahawk" ein, die von Kriegsschiffen im Persischen Golf abgefeuert wurden.Gleichzeitig griffen Kampfflugzeuge der Marine des Typs EA-6B irakische Flugabwehrstellungen an.Eingesetzt wurden auch Langstreckenbomber des Typs B-52, von denen etwa 15 auf dem Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean stationiert sind.Ein hoher Beamter des Pentagons sprach davon, daß die Offensive auf bis zu vier Tagen angelegt sei, so daß sie bis zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan am kommenden Wochenende abgeschlossen werden könnte.

Die Angriffe, die mindestens zwei Menschen töteten und über 30 Menschen verletzten, wurden in mehreren Wellen geführt.In Bagdad begannen sie um 0 Uhr 49 Ortszeit, danach folgten vier weitere Angriffe, der letzte um 5 Uhr 18.Jedes Mal feuerten die Flugabwehrgeschütze der Iraker; die Nacht in Bagdad war erfüllt mit Lichtblitzen und Explosionen.Die Ziele der Angreifer waren unter anderem Präsidentenpaläste, in denen chemische und biologische Waffen oder ihre Ausgangsprodukte vermutet werden.

Bei den eingesetzten "Tomahawks" handelt es sich um Cruise Missiles, die seit dem Golfkrieg von 1991 modernisiert und mit größerer Zielgenauigkeit versehen wurden.Sie wurden unter anderem in Bosnien 1995 und bereits 1993 gegen den Irak eingesetzt.Sie können Ziele in bis zu 1 600 Kilometer Entfernung erreichen und sind auf dem Radarschirm kaum auszumachen.Der amerikanische Verteidigungsminister William Cohen ordnete am Donnerstag an, zusätzlich zu den bereits in der Golfregion stationierten rund 24 000 Soldaten, 200 Flugzeugen und 22 Kriegsschiffen weitere 1 500 Soldaten und rund fünfzig Flugzeuge in die Region zu entsenden, darunter 10 Tarnkappenbomber des Typs F-117.Sie können ungemerkt Radaranlagen umgehen und gelten als "Wunderwaffe" der USA.

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