Politik : Angst vor dem Mann aus Düsseldorf

Wegen der Möllemann-Affäre fürchtet Hessens FDP um die Wahl

Christoph Schmidt Lunau[Wiesbaden]

Für die FDP geht es bei der hessischen Landtagswahl im Februar um alles. Wird sie als Regierungspartei und Koalitionspartner von Ministerpräsident Roland Koch bestätigt oder nicht? Die Spendenaffäre zerrt an den Nerven. „Ernüchterung“ hat FDP-Landeschefin Ruth Wagner vor allem bei den 800 Neumitgliedern ausgemacht. Dass Parteichef Westerwelle noch in den Strudel der Affäre gerissen werden könnte, glaubt sie aber nicht: „Wir schützen ihn“, sagt sie. Die streitbare 61-Jährige gibt sich zuversichtlich. „Es darf nicht sein, dass ausgerechnet wir für die Verfehlungen in Nordrhein-Westfalen abgestraft werden“; schließlich habe sie vor unrealistischen Zielen und der Aufstellung eines FDP-Kanzlerkandidaten gewarnt und sei auf Parteitagen dafür ausgebuht worden.

Wagner hat Möllemann öffentlich aufgefordert, die Partei zu verlassen. Mehr will sie nicht sagen. „Ich möchte nicht mit gleicher Münze heimzahlen, wie uns der Möllemann damals angegangen ist.“ Während der Finanzaffäre der Hessen-CDU, als sie das Bündnis mit Koch fortgesetzt habe, sei sie als unmoralisch hingestellt worden. „Unglaublich, wenn man jetzt erfährt, was die in Düsseldorf zur gleichen Zeit gemacht haben.“

Mit Sorge verfolgen auch Unionspolitiker die Krise des Koalitionspartners. Ministerpräsident Koch gehört offenbar nicht dazu. Hessens Liberale hätten sich stets von den „Möllemännern“ distanziert, sagte er dem Tagesspiegel und lobt die „klare Koalitionsaussage“. Den FDP-Kollegen, Wirtschaftsminister Dieter Posch und Wissenschaftsministerin Wagner, attestiert er einen „ordentlichen Beitrag“ zum Erfolg der Regierung.

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