Politik : Ankara plant Mauer an Grenze Reaktion auf Anschläge von Reyhanli

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Istanbul - Als Konsequenz aus dem Bombenanschlag von Reyhanli verstärkt die Türkei die Sicherung ihrer Grenze zu Syrien. In der Nähe des Übergangs Cilvegözü einige Kilometer östlich von Reyhanli soll die Grenze teilweise mit einer Mauer abgeriegelt werden. Türkische Medien berichteten am Freitag zudem über Truppenverstärkungen an der 900 Kilometer langen Grenze zu Syrien.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will an diesem Samstag den Ort des Bombenanschlags besuchen. Die Regierung ist überzeugt, dass der syrische Geheimdienst hinter den beiden Autobomben steckte, die am 10. Mai in Reyhanli 51 Menschen töteten und schwere Verwüstungen anrichteten.

Nach dem Anschlag war in der Türkei Kritik an laschen Grenzkontrollen laut geworden. Nach Presseberichten soll der noch flüchtige Hauptverdächtige des Anschlages innerhalb eines Jahres 400-mal die Grenze passiert haben, ohne dass die türkische Polizei Verdacht schöpfte.

Bisher haben die türkischen Behörden die Grenzen zu Syrien nur wenig kontrolliert, weil dort viele Flüchtlinge angekommen sind und die Gegend zudem von der bewaffneten syrischen Opposition als Rückzugsgebiet genutzt wird. Nach dem Anschlag von Reyhanli sollen nun unter anderem mobile Röntgengeräte eingesetzt werden, um Waffen und Sprengstoff besser aufspüren zu können.

Zwischen dem Grenzübergang Cilvegörü und dem syrischen Grenzposten Bab El-Hawa auf der anderen Seite soll zudem eine ungefähr 2,5 Kilometer lange Mauer für zusätzliche Sicherheit sorgen. Die Absperrung zu beiden Seiten der Straße zwischen beiden Übergängen werde dazu dienen, künftig illegale Grenzübertritte möglichst zu verhindern, hieß es. Thomas Seibert

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