Politik : Annäherung zwischen Kabul und Islamabad

Islamabad/Berlin - Die südasiatischen Nachbarn Pakistan und Afghanistan haben nach mehr als 40 Jahren erstmals wieder ein bilaterales Handelsabkommen auf den Weg gebracht. Wie pakistanische Medien am Montag berichteten, unterzeichneten die Handelsminister der beiden Staaten, die seit Jahren ein gespanntes Verhältnis haben, am Vorabend in Islamabad die Verträge. An der Zeremonie nahm auch US-Außenministerin Hillary Clinton teil, die am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch in Pakistan eingetroffen war. Am Montag gab Clinton zudem Hilfsgelder in Höhe von einer halben Milliarde Dollar für zivile Entwicklungsprojekte frei.

Vor seiner Abreise zur internationalen Afghanistankonferenz in Kabul äußerte sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) derweil zuversichtlich, dass die internationalen Truppen die Verantwortung für die Sicherheit im Land bis 2014 vollständig an die Afghanen abgeben können. Die Konferenz an diesem Dienstag in Kabul sei „eine sehr wichtige Wegmarke auf dem Weg zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung“, sagte Westerwelle am Montag in Berlin.

Auf die Strafanzeige der Mutter eines in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten hin prüfen unterdessen nun drei Staatsanwaltschaften, ob eine unzureichende Einsatzplanung für den Tod des Feldwebels am Karfreitag bei Kundus verantwortlich ist. Dies sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Montag, die den Fall weitergeleitet hat. Die Vorermittlungen wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung führen dem Sprecher zufolge nun die Staatsanwaltschaft in Berlin, wegen des dort ansässigen Verteidigungsministeriums, sowie die Staatsanwaltschaften in Oldenburg und Regensburg, wegen des dienstlichen Wohnsitzes der zuständigen Kommandeure. Die Mutter wirft der Bundeswehr einem „Spiegel“-Bericht zufolge schweres Versagen vor: Man habe die Einheit ihres Sohnes „unter bewusster Versagung militärischer Hilfe verrecken lassen“, heißt es demnach in dem fünf Seiten langen Strafantrag.

Durch einen Anschlag mit einer Sprengfalle wurden am Montag vier Bundeswehrsoldaten zwölf Kilometer südwestlich des Feldlagers Kundus leicht verletzt. Die Explosion habe eine gemischte deutsch-afghanische Patrouille getroffen, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Montag mit. Auch ein Transportpanzer vom Typ „Fuchs“ wurde dabei beschädigt. dpa/AFP/rtr

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