Politik : Annäherung zwischen USA und Syrien

Damaskus - Die neue US-Regierung will Syrien aus seiner Isolation herausholen. Der amerikanische Vize-Staatssekretär für Nahost-Angelegenheiten, Jeffrey Feltman, sagte am Samstag nach einem Treffen mit syrischen Politikern in Damaskus: „Wir haben einige Felder entdeckt, auf denen wir gemeinsame Interessen haben.“ Dazu zähle beispielsweise der Wunsch nach Stabilität im Irak. Feltman betonte allerdings, es sei angesichts der langen Funkstille zwischen Washington und Damaskus noch zu früh, um von einer radikalen Veränderung in den Beziehungen zwischen den USA und Syrien zu sprechen.

Die mehrstündigen Gespräche mit Außenminister Walid al Muallim und anderen seien „konstruktiv“ gewesen, sagte Feltman. Es war der erste Besuch eines hochrangigen US-Diplomaten in Syrien seit dem Attentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri vor vier Jahren. Es wird vermutet, dass die syrische Führung in das Attentat verwickelt war. Die Frage, ob er in Damaskus auch die Spekulationen über ein mögliches geheimes syrisches Nuklearprogramm angesprochen habe, ließ Feltman unbeantwortet. Zu den mittlerweile unterbrochenen indirekten Friedensgesprächen zwischen Syrien und Israel unter türkischer Vermittlung sagte er, wegen der Regierungsbildung in Israel sei momentan „Geduld gefordert“. Es sei aber klar, dass letztlich auch Syrien Teil des umfassenden Friedens im Nahen Osten sein müsse, den Präsident Barack Obama zu einem der wichtigsten Ziele seiner Außenpolitik erklärt habe.

Feltman betonte, das Problem der syrischen Unterstützung für die proiranische Hisbollah im Libanon und radikale Palästinensergruppen andernorts sei noch nicht aus der Welt geschafft. Dies verhindere aber nicht einen Dialog mit Syrien. Offizielle Besuche von Ministern oder Top-Diplomaten hatte es seit dem Hariri-Mord nicht mehr gegeben. dpa

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