Annan-Nachfolge : Vetomächte wollen Ban Ki Moon

Aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan ist der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon. Alle fünf Vetomächte stimmten bei einer Probeabstimmung in New York für Ban.

New York/Seoul - Der Südkoreaner ist damit deutlicher Favorit für den Posten. "Es ist ziemlich klar, dass aufgrund der heutigen Meinungsumfrage Ban der Kandidat sein wird, den der Sicherheitsrat empfehlen wird", sagte der chinesische UN-Gesandte Wang Guangya anschließend. Ban zeigte sich überzeugt, dass er als künftiger Generalsekretär die Kluft zwischen den USA und der Uno überbrücken könne.

Gemäß der UN-Charta wählt zwar die UN-Vollversammlung den Generalsekretär, die Empfehlung dafür kommt aber vom Sicherheitsrat. Besonderes Gewicht haben dabei die fünf ständigen Ratsmitglieder Frankreich, Großbritannien, USA, Russland und China. Nach Diplomatenangaben bekam Ban 14 der nötigen 15 Stimmen. Bei der vierten Probeabstimmung wurden erstmals unterschiedliche Stimmkarten eingesetzt, womit die Stimmen zugeordnet werden konnten. Die Vetomächte benutzten nach Diplomatenangaben blaue und die nicht-ständigen Sicherheitsratsmitglieder weiße Karten.

USA ist mit Probeabstimmung zufrieden

Ban lag wie schon bei den anderen drei Probeabstimmungen vor dem aus Indien stammenden stellvertretenden UN-Generalsekretär für Kommunikation, Shashi Tharoor. Dieser versicherte nach der Abstimmung, er werde Ban unterstützen und wünschte ihm viel Erfolg bei seinem neuen möglichen Job. Auch der UN-Botschafter der USA, John Bolton, zeigte sich mit der Probeabstimmung sehr zufrieden.

"Die USA ist ein sehr wichtiges Mitglied der Uno, aber die USA braucht die Uno auch", sagte der 62-jährige Ban in Seoul. Die USA könne sehr eng mit der Uno zusammenarbeiten, in dem sie ihre Interessen und Werte vermittele, sagte er weiter. Als wichtige interne Aufgabe sieht es Ban an, die Uno auf der Vorstands-Ebene zu reformieren, um das Vertrauen der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter zurückzugewinnen. Länder, die vom Genozid bedroht seien, müssten zukünftig mehr geschützt werden, sagte Ban. Er forderte außerdem die sudanesische Regierung auf, die Stationierung von UN-Soldaten zu akzeptieren.

Annan scheidet Ende Dezember nach zehn Jahren aus dem Amt. Sein Nachfolger wird voraussichtlich im Anfang nächster Woche gewählt. (tso/AFP)

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