Politik : Anschläge auf Pilger im Irak

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Bagdad - Im Irak sind zum Höhepunkt des schiitischen Aschurafests am Dienstag mindestens 39 Pilger bei Anschlägen getötet worden. In Baladrus nordöstlich von Bagdad riss ein Selbstmordattentäter 23 Menschen mit in den Tod, die sich vor einer Moschee befanden, sagte ein Arzt. In einer Moschee habe es bei einem weiteren Bombenanschlag drei Tote gegeben. Ein anderer Attentäter brachte nach Polizeiangaben in Chanagin neun Teilnehmer einer Prozession um. Vier Tote gab es zudem vor einer Moschee im Bagdader Bezirk Bajaa. Hier eröffneten nach Polizeiangaben bewaffnete Männer das Feuer auf Pilger.

Die Schiiten gedenken am Aschurafest mit Trauerumzügen des Todes von Hussein, dem Enkel des islamischen Propheten Mohammed. Hussein und seine Anhänger wurden im Jahr 680 in der Schlacht bei Kerbela im Irak von den Truppen des sunnitischen Kalifen Jasid getötet. Deshalb wird das Fest immer wieder von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten begleitet.

Die Rivalitäten hatten sich bereits in den vergangenen Monaten verschärft. Als Ursache dafür sehen Beobachter, dass mehrere Nachbarstaaten ihre anfängliche Zurückhaltung aufgegeben haben und nun offen Partei für die eine oder andere Seite ergreifen. So wird den Iranern von mehreren arabischen Regierungen unterstellt, dass sie im Irak und auch in anderen Staaten der Region die Schiiten aufhetzen.

Jedoch wird es im Irak zunehmend unmöglich, eine Trennlinie zwischen religiösem Fanatismus und politischem Machtkalkül zu ziehen. Diese Spannungen werden durch den Konflikt zwischen Washington und Teheran zusätzlich angefacht. sop/dpa

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