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Anschläge gegen Regierung und Sicherheitskräfte : Dutzende Tote bei Anschlägen im Irak

Mehr als 160 Menschen wurden bei Attentaten in Bagdad und nördlich der Hauptstadt verletzt, wie die irakischen Behörden mitteilten. Damit handele es sich um den blutigsten Tag seit mehr als zwei Jahren.

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In Bagdad und im Norden Iraks, hier in Mahmudiya, explodierten am Montag mehrere Sprengsätze.
In Bagdad und im Norden Iraks, hier in Mahmudiya, explodierten am Montag mehrere Sprengsätze.Foto: Reuters

Eine blutige Welle der Gewalt hat drei Tage nach Beginn des Fastenmonats Ramadan den Irak erschüttert. Bei einer Serie von Anschlägen sind nach Behördenangaben am Montag mindestens 91 Menschen getötet worden. Wie die Behörden mitteilten, detonierten am Morgen in Bagdad sowie im Norden des Landes mehrere Sprengsätze. Die Angriffe richteten sich demnach in allen Fällen gegen Einrichtungen der Regierung oder der Sicherheitskräfte. Die Zahl der Toten war die höchste an einem Tag im Irak seit Beginn des Jahres.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die jüngste Anschlagsserie im Irak verurteilt. „Unsere Gedanken sind mit all denen, die bei diesen Anschlägen Freunde oder Angehörige verloren haben“, sagte Westerwelle am Montag in Berlin. Ziel der „durch nichts zu rechtfertigenden Bluttaten“ sei es, die Stabilisierung und wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu untergraben. „Es darf nicht gelingen, die in den letzten Monaten erzielten Erfolge bei der Stabilisierung der Sicherheitslage zunichtezumachen“, mahnte er.

Zu den Angriffen bekannte sich bislang niemand. Das Terrornetzwerk Al-Qaida hatte jedoch angekündigt, seinen Kampf intensivieren zu wollen. Ziel sei es, „Richter und Staatsanwälte auszulöschen“ und inhaftierte Aktivisten zu befreien, erklärte der Chef des Al-Qaida-Zweigs Islamischer Staat im Irak (ISI), Abu Bakr al-Bagdadi, in einer Audio-Botschaft.

In der nordöstlichen Stadt Udaim hätten Bewaffnete vor einer Kaserne aus drei Fahrzeugen das Feuer eröffnet und 13 Soldaten getötet, sagte ein Polizeisprecher. Ebenfalls im Nordosten, in der Provinz Dijala, wurden nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte bei den Explosionen mehrerer Autobomben und Sprengfallen am Straßenrand elf Menschen getötet und mindestens 25 weitere verletzt.

Nahe eines Büros des Innenministeriums in Bagdad riss eine Autobombe mindestens 14 Menschen in den Tod. Neun weitere Menschen verloren ihr Leben, als Sprengsätze in den Städten Kirkuk und Hussainija detonierten. Zuvor waren bei einer Reihe von Explosionen in der irakischen Stadt Tadschi bereits mindestens 28 Menschen getötet worden.

Dabei seien zunächst Sprengsätze rund um fünf Häuser in der mehrheitlich sunnitischen Stadt platziert worden und hätten 17 Menschen in den Tod gerissen, teilte die Polizei mit. Als Rettungskräfte an den Tatort in der rund 20 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt geeilt seien, habe ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel gezündet und elf Polizisten getötet, hieß es weiter.

Erst am Sonntag waren bei einer Serie von Bombenanschlägen im Irak mindestens 17 Menschen getötet worden. Weitere 96 wurden verletzt. Die Gewalt im Irak liegt zwar unter dem Niveau von 2006 und 2007, hat in jüngster Zeit aber wieder zugenommen. Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren politischen Krise, die von konfessionellen Spannungen geprägt ist. (AFP/dapd)

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