• Anschläge im Kosovo: Der Tod von vier Serben hat die Lage in der Provinz verschärft - UN und KFOR uneins über Motive

Politik : Anschläge im Kosovo: Der Tod von vier Serben hat die Lage in der Provinz verschärft - UN und KFOR uneins über Motive

Bei einer Serie von Anschlägen sind in der Krisenprovinz Kosovo vier Serben getötet worden. Sechs weitere Serben erlitten Verletzungen, darunter auch Kleinkinder, wie die UN-Mission in der jugoslawischen Provinz (UNMIK) am Freitag mitteilte. Die UN-Experten sahen einen Besorgnis erregenden Trend. "Die Morde sind kaltblütig. Einige erscheinen geplant, und sie machen keinen Unterschied zwischen ihren Zielen - seien es Männer, Frauen oder Kinder", sagte UN-Sprecherin Susan Manuel.

Zwei Serben starben am Freitag, als ihr mit fünf Personen besetzes Auto südwestlich von Pristina zwischen zwei serbischen Dörfern auf eine neu verlegte Mine fuhr. Zwei Kinder im Alter von drei und vier Jahren und ihre Mutter wurden verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, sagte Manuel. Bei Vitina griffen Unbekannte aus einem fahrenden Auto heraus Serben an, die auf einem Feld arbeiteten. Eine Frau sei getötet und zwei Männer seien verletzt worden. Zudem überfuhr ein Kosovo-Albaner eine ältere Serbin mit einem Auto. In Obilic erlitt ein Serbe Splitterverletzungen, als zwei Häuser mit Granaten beworfen wurden.

Die Anschläge verschärften die Lage in der Provinz, nachdem internationale Friedenshelfer es bis vor einigen Wochen einen Trend zur Beruhigung gesehen hatte. Während die UN-Sprecherin von ethnisch motivierter Gewalt sprach, erklärte der amerikanische KFOR-Sprecher Major Scott Slaten die Anschläge zu "kriminellen Taten". Die Motive seien unklar, wie auch die Frage, ob es sich um organisierte Taten handele.

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