Anschläge in Algier : Wer zündete die Bomben wirklich?

Vor knapp einer Woche wurde Algier von schweren Terroranschlägen erschüttert. Bisher war stets von Selbstmordattentaten die Rede, doch möglicherweise gingen die Täter noch viel perfider vor.

Algier - Die Terroranschläge mit 30 Toten am 11. April in Algier sind nach Einschätzung von Innenminister Mohamed Yazid Zerhouni entgegen ersten Berichten "sehr wahrscheinlich" nicht von Selbstmordattentätern verübt worden. Die Ermittlungsergebnisse ließen darauf schließen, dass die drei in die Anschläge verwickelten Fahrer "ohne ihr Wissen mit den Autos in die Luft gesprengt wurden", sagte Zerhouni in Algier.

So sei in einem der in die Luft gesprengten Fahrzeuge mindestens ein Gerät für die Fernzündung einer Bombe gefunden worden, erklärte Zerhouni. Damit sei es am plausibelsten, dass nicht die Fahrer den Sprengstoff gezündet hätten. Die Terrororganisation "Al Qaida des Islamischen Maghreb" habe die Männer in einer Propagandaaktion zu Selbstmordattentätern stilisieren wollen, sagte der Minister.

Eine knappe Woche nach den Anschlägen in der Hauptstadt kamen am Dienstag viele Algerier zu Kundgebungen gegen den Terrorismus und für die Versöhnungspolitik von Präsident Abdelaziz Bouteflika zusammen.

(tso/dpa)

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