Anschläge Libyen : Sprengstoffattentat in Bengasi verletzt Wachleute

Seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi ist Libyen nicht mehr zur Ruhe gekommen. Nun kam es am Jahrestag der Ermordung des US-Dipolmaten Chris Stevens erneut zu Sprengstoffanschlägen. Diese Reihen fügen sich in eine Kette von Anschlägen der letzten zwei Jahre, welche sich vor allem gegen Relikte des alten Regimes.

Die Unruhen in der Küstenstadt Bengasi halten an. Sprengstoffanschläge sind an der Tagesordnung.
Die Unruhen in der Küstenstadt Bengasi halten an. Sprengstoffanschläge sind an der Tagesordnung.iFoto:picture alliance

Genau ein Jahr nach dem Tod des US-Botschafters Chris Stevens haben Unbekannte in der libyschen Stadt Bengasi einen Sprengstoffanschlag verübt. Nach Angaben lokaler Medien explodierte die Autobombe vor einem Gebäude, welches zum Außenministerium gehört. Ein Augenzeuge sagte, zwei Wachleute seien durch die Explosion verletzt worden. Libysche Beobachter sahen zunächst keinen Zusammenhang zwischen dem Anschlag und dem Jahrestag des Angriffs auf das US-Konsulat in Bengasi.

In der Nacht des 11. Septembers 2012 töten islamistische Extremisten den damaligen Botschafter Stevens und drei weitere Amerikaner im US-Konsulat in Bengasi . Nach dem Tod des Diplomaten hatten mehrere westliche Staaten aus Sicherheitsgründen ihre Konsulate in der östlichen Hafenstadt geschlossen.

In den vergangenen zwei Jahren töteten Attentäter Dutzende Angehörige der Sicherheitskräfte in Bengasi sowie ehemalige Mitarbeiter von Polizei und Geheimdienst. Einige dieser Attentate dürften nach Einschätzung lokaler Beobachter Racheakte ehemaliger Folteropfer und Häftlinge aus der Ära des 2011 gestürzten Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi sein. Ein pensionierter Geheimdienst-Mitarbeiter war wenige Tage zuvor durch einen Sprengsatz gestorben, den Unbekannte an seinem Auto befestigt hatten. Sein Sohn wurde schwer verletzt.

In der libyschen Regierung gibt es derzeit interne Konflikte. Die Partei der Muslimbruderschaft, die in der Regierung der Juniorpartner ist, hatte Ministerpräsident Ali Seidan in den vergangenen Tagen scharf kritisiert, weil dieser die ägyptische Übergangsregierung besucht hatte, welche das Land seit Juli 2013 regiert.

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