Anschläge : Selbstmordattentäter reißt Kinder mit in den Tod

Bei einem Selbstmordattentat auf einen Konvoi der internationalen Schutztruppe Isaf sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul sechs Zivilisten getötet worden. Auch in Pakistan gab es folgenschwere Anschläge.

Paghman/islamabadVier Italiener und acht afghanische Zivilisten wurden bei dem Attentat westlich von Kabul verletzt, wie ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semarai Baschari, mitteilte. Zuvor hatte er von sechs getöteten Kindern gesprochen, korrigierte seine Aussage aber dahingehend, unter den Opfern seien "vielleicht drei oder vier" Kinder, die anderen seien Erwachsene. Ob es sich bei den vier verletzten Italienern um zivile Ingenieure oder Armeeangehörige handle, ist noch nicht bekannt. In seiner früheren Mitteilung hatte Baschari gesagt, drei italienische Ingenieure seien verletzt worden.

Der Attentäter sprengte sich demnach auf einer Brücke in Paghman, einem beliebten Ausflugsort der Hauptstadtbewohner rund 25 Kilometer westlich von Kabul, inmitten einer Gruppe von Arbeitern in die Luft. Die Nato-geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf bestätigte, dass ihre Soldaten von dem Vorfall betroffen seien, machte jedoch keine weiteren Angaben.

Anschlag auf pakistanischen Geheimdienst

Auch in Pakistan reißt die Gewalt nicht ab. Bei zwei Bombenanschlägen in der Garnisonsstadt Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad wurden am Morgen mindestens 15 Menschen getötet. Wie die Armee mitteilte, wurde ein Bus mit Mitarbeitern des Geheimdienstes ISI in die Luft gesprengt, als er auf das Gelände des ISI-Hauptquartiers fahren wollte. Dabei sollen zwölf Menschen ums Leben gekommen. Ein zweiter Selbstmordattentäter riss zwei Soldaten mit in den Tod, als er sich mit seinem Auto an einem Kontrollpunkt in der Nähe des Armeehauptquartiers in die Luft sprengte.

Nach Berichten des pakistanischen Fernsehsenders Dawn News wurde der Bus durch die Explosion des Sprengsatzes vollständig zerstört. Nach den Anschlägen wurde der Tatort weiträumig von Sicherheitskräften abgesperrt.

Es war der dritte schwere Anschlag auf pakistanische Sicherheitskräfte in den vergangenen Monaten. Im September waren bei einem Doppelanschlag in Rawalpindi 30 Menschen getötet worden. Wenige Tage später starben 16 Angehörige einer Eliteeinheit bei einem Anschlag auf ihr Lager nordwestlich von Islamabad. Hinter den Taten werden den Taliban nahestehende islamische Extremisten vermutet. (mit dpa/AFP)

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