Anschlag : Argentinien erlässt Haftbefehl gegen Rafsandschani

Wegen eines Anschlags auf ein jüdisches Kulturzentrum im Jahr 1994 hat Argentinien Haftbefehl gegen den ranghohen iranischen Politiker und früheren Präsidenten, Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, erlassen. Gefordert wird außerdem dessen Auslieferung.

Buenos Aires - Zwölf Jahre nach dem Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires hat die argentinische Justiz Haftbefehl gegen den früheren iranischen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani erlassen. Gegen Rafsandschani und weitere ranghohe iranische Regierungsvertreter sei internationaler Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen worden, bestätigte Richter Rodolfo Canicoba Corral. Er habe die iranische Regierung und Interpol aufgefordert, den ehemaligen Präsidenten auszuliefern. Bei dem Attentat auf das jüdische Kulturzentrum waren im Juli 1994 85 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.

In der Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft zur Beantragung des Haftbefehls heißt es: "Wir halten es für erwiesen, dass die Entscheidung zur Ausführung eines Angriffs am 18. Juli 1994 auf den Argentinisch-Jüdischen Verband (Amia) von höchsten Autoritäten der Islamischen Republik Iran getroffen wurde, die die Hisbollah anwiesen, den Angriff auszuführen." Der von den USA und Israel unterstützte Amia hatte bereits in der Vergangenheit Iran und die Hisbollah für den Anschlag verantwortlich gemacht. Rafsandschani war von 1989 bis 1997 Präsident Iran. (tso/AFP)

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