Politik : Anschlag auf Bus auf dem Sinai

Kairo - Bei einem Anschlag auf einen Bus im Norden des Sinai sind am Montag nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens drei Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden. Ein Sprecher der ägyptischen Armee machte eine „terroristische Gruppe“ für das Attentat in der Stadt Al Arisch verantwortlich, das eigentlich einem Polizeifahrzeug gegolten habe. Die Angreifer hätten ihr Ziel aber verpasst und stattdessen einen Bus mit Arbeitern einer Zementfabrik mit Panzerabwehrraketen getroffen. Zeugen berichteten, die Attentäter hätten nach dem Treffer auf den Bus „Allah ist groß“ gerufen.

Die islamistische Muslimbruderschaft machte die Armee für die Zunahme der Gewalt auf dem Sinai verantwortlich. Diese werde vom Geheimdienst geschürt, um Unruhe zu stiften, erklärte das Führungsmitglied der Muslimbruderschaft, Essam al Erian.

Auch am Montag haben sich Zehntausende Anhänger Mursis zu neuen Massenprotesten gegen die Übergangsregierung versammelt. Sie blockierten eine wichtige Nilbrücke und warfen Steine auf die vorrückende Polizei, berichtete die Zeitung „Al Ahram“. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen die Demonstranten ein. Auch an anderen Orten in Kairo gab es Zusammenstöße.

Bei einem Besuch in Kairo rief der stellvertretende US-Außenminister William Burns die Akteure zu Dialog und Gewaltverzicht auf. „Wir werden nicht versuchen, irgendein Modell aufzuzwingen“, erklärte Burns nach seinen ersten Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt. Washington lege aber Wert auf „gewisse demokratische Prinzipien“. dpa/rtr

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