Politik : Anschlag auf Ölleitung im Irak

Bei einem Anschlag auf eine Ölleitung in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind am Mittwoch zwölf Menschen getötet und drei schwer verletzt worden. Auch in Bagdad wurden am Mittwoch mehrere Anschläge verübt. (13.04.2005, 16:03 Uhr)

Bagdad - Irakische Sicherheitskräfte hatten nach Polizeiangaben einen Hinweis erhalten, dass Aufständische einen Sprengsatz unter der Pipeline im Norden der Stadt Kirkuk angebracht hatten. Als ein Expertenteam den Sprengsatz entschärfen wollte, explodierte dort eine zweite Bombe. Rund um Kirkuk lagern die größten Ölvorkommen des Iraks. Einen Tag nach US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld stattete unterdessen der stellvertretende amerikanische Außenminister Robert Zoellick dem Irak einen Kurzbesuch ab. Zoellick besuchte am Mittwoch die einstige westirakische Rebellenhochburg Falludscha und Bagdad.

In der Hauptstadt wurden am Mittwoch ebenfalls mehrere Anschläge verübt. So explodierte im Osten der Hauptstadt ein Sprengsatz an einer Straße, als ein amerikanischer Versorgungskonvoi vorbeifuhr. Der mit Treibstoff gefüllte Tanklastwagen ging sofort in Flammen auf. Im Südwesten Bagdads wurde ein Autobombenanschlag auf einen amerikanischer Militärkonvoi verübt, der sich an einer Tankstelle befand. Eine weitere Autobombe explodierte auf der Zufahrtstraße zum Flughafen. Nach Augenzeugenberichten galt diese einem US-Zivilkonvoi, der Passagiere zum Terminal bringen sollte. Mindestens acht Wagen gingen in Flammen auf. Es soll Verletzte gegeben haben.

Die neue irakische Regierung soll noch in dieser Woche bekannt gegeben werden. Die Vorstellung des künftigen Kabinetts werde «in zwei oder drei Tagen» erfolgen, sagte ein Mitglied des Hohen Rates für die Islamische Revolution (SCIRI) dem irakischen Fernsehsender Al-Irakija. Einen Tag zuvor hatte US-Verteidigungsminister Rumsfeld auf eine schnelle Regierungsbildung gedrungen.

Das US-Militär gab am Mittwoch bekannt, dass bei Durchsuchungen im Süden von Bagdad Anfang der Woche 67 mutmaßliche Terroristen festgenommen worden seien. Irakische und amerikanische Soldaten hätten bei der Aktion nach insgesamt fast 90 Verdächtigen gesucht, die verdächtigt werden, den Bau von Bomben finanziell oder materiell unterstützt zu haben. (tso)

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