Anschlag auf Synagoge in Jerusalem : Der Hass kennt keine Grenze mehr

Betende in einem Gotteshaus ermorden - welch eine barbarische Tat. Und was machen die Hamas und andere palästinensische Extremistengruppen? Sie nennen die Mörder Helden. Wer das Töten so rechtfertigt, verdient nur eines: Verachtung. Ein Kommentar.

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Am Tatort: Ein orthodoxer Jude trauert um die Opfer des Anschlags.
Am Tatort: Ein orthodoxer Jude trauert um die Opfer des Anschlags.Foto: AFP

Abscheulich, abstoßend, niederträchtig - nichts anderes ist der Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem. Und ein Dammbruch. Denn bislang blieben jüdische Gotteshäuser von Attacken durch Terroristen verschont. Doch das ist jetzt vorbei. Der Hass kennt keine Grenze mehr.

Denn wer Betende mit Äxten, Messer und Pistolen angreift, um sie zu töten, dem ist wahrlich nichts mehr heilig. Ihm geht es ausschließlich darum, Menschen blindwütig zu töten. Und zu zeigen, dass es nirgendwo Sicherheit gibt. Eine monströse Tat, die zeigt, wie gnadenlos Fanatismus mit Unmenschlichkeit und Herzlosigkeit einhergeht. Eine Mischung, die schon unfassbar viel Leid über den Nahen Osten gebracht hat.

Normal wäre es, dieses Morden mit klaren Worten als heimtückisch zu verdammen, den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme auszusprechen. Aber was macht die Hamas? Sie bezeichnet die Attentäter als Helden - welch ein perverses Lob für Mörder! Und eines, das zeigt, welch Geistes Kind die Islamisten sind. Sie predigen Terror und Gewalt. Das verdient nur eines: unsere Verachtung.

Rache, Gewalt, Rache, Gewalt

Komme jetzt keiner und rechtfertige das Töten Unschuldiger mit dem Hinweis auf die elende Situation der Palästinenser, die unter der israelischen Besatzung derart litten, dass sie gar nicht anders könnten. Wer so argumentiert, der versündigt sich. Zorn, Wut und Verzweiflung können und dürfen niemals als Ausrede für bestialisches Morden herhalten. Das täuscht Legitimität vor, die es nicht gibt.

Nun droht der Nahe Osten in einem Strudel aus Rache und Gewalt zu versinken. Wie gehabt. Auch eine Intifada, ein Aufstand der Palästinenser, ist nicht mehr ausgeschlossen. In einer solch angespannten Situation ist eigentlich Besonnenheit gefragt, damit die Lage nicht völlig außer Kontrolle gerät.

Doch diese Tugend sucht man derzeit vergeblich. Im Gegenteil. Israel wird mit harter Hand auf den Anschlag in Jerusalem reagieren. Das hat Premier Benjamin Netanjahu bereits angekündigt. Und die Palästinenserführung um Mahmud Abbas trägt auch nicht zur Beruhigung der Gemüter bei. Er war es, der vor wenigen Tagen verbal Feuer legte, als er einen Religionskrieg heraufbeschwor. Nun stehen dem Nahen Osten wohl schlimme Tage und Wochen bevor - eine Drama ohne sichtbares Ende.

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