Politik : Anschlag auf US-Botschafter in Afghanistan

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Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag radikalislamischer Taliban auf den US-Botschafter in Afghanistan sind am Donnerstag mindestens zehn Menschen getötet und 36 verletzt worden. Botschafter Ronald Neumann und seine Begleiter seien sicher und nicht in Gefahr, sagte ein Botschaftssprecher. Unter den Toten des Attentats in Tirin Kot, der Hauptstadt der südafghanischen Provinz Urusgan, seien der Attentäter und mehrere Zivilisten, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Taliban-Sprecher Qari Yousif Ahmadi sagte, unter den Toten seien auch Ausländer. Er machte deutlich, dass der Anschlag dem Botschafter gegolten habe. Bei dem Attentäter habe es sich um einen Afghanen namens Abdul Rahim aus Urusgan gehandelt. Das afghanische Innenministerium machte „Feinde Afghanistans“ für die Tat verantwortlich. Mit dieser Formulierung umschreiben offizielle afghanische Stellen radikalislamische Rebellen wie die Taliban.

Botschaftssprecher Fintor sagte, Neumann habe in Tirin Kot ein militärisch-ziviles Wiederaufbauteam (PRT) der USgeführten Koalitionstruppen besucht. Die US-Streitkräfte teilten mit, Soldaten der Koalitionstruppen seien nicht verletzt oder getötet worden.

Selbstmordanschläge in Afghanistan haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Zuletzt war am Montag in der südafghanischen Provinz Kandahar ein Selbstmordattentäter bei dem Versuch ums Leben gekommen, sein Fahrzeug in einen US-Konvoi zu lenken. dpa

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