Politik : Anschlag im Kaukasus

Selbstmordattentäterin tötet 18 russische Militärangehörige

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Moskau (dpa). Eine tschetschenische Selbstmordattentäterin hat am Donnerstag im Nordkaukasus 18 russische Luftwaffenangehörige in den Tod gerissen. Die junge Frau sprengte in Mosdok in NordOssetien einen Bus in die Luft, mit dem etwa 40 Menschen zum Dienst auf den örtlichen Militärflugplatz fuhren. Das teilte das russische Militär mit. Es war der erste derartige Anschlag außerhalb der Grenzen Tschetscheniens. Durch Selbstmordattentate haben die Rebellen im vergangenen halben Jahr mehr als 170 Menschen getötet.

In ersten Berichten vom Ort der Tragödie war von 16 Toten die Rede. Im Krankenhaus starben zwei weitere Opfer, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Ärzte kämpften um das Leben von sieben Schwerverletzten. In Mosdok liegt der Stab des russischen Kaukasus- Kommandos für den Einsatz in Tschetschenien. Vom dortigen Luftwaffenstützpunkt, etwa 100 Kilometer Luftlinie von der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entfernt, starten Flugzeuge und Hubschrauber zu Bombenangriffen oder Versorgungsflügen in das Kriegsgebiet.

Mit dem gezielten Angriff auf Piloten, die in dem Bus saßen, wollte die Frau nach Einschätzung des Inlandsgeheimdienstes FSB maximalen Schaden für den militärischen Flugbetrieb anrichten. An einer Haltestelle habe sie versucht, in den Bus einzusteigen, sagte der russische Vizegeneralstaatsanwalt Sergej Fridinski. „Als das nicht gelang, sprengte sie sich neben dem Bus in die Luft.“ Zu den Toten zählten nach offiziellen Angaben vier Offiziere, fünf Soldaten sowie sieben Zivilangestellte. Piloten seien nicht getötet worden. Zahlreiche Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

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