Anschlag in Afghanistan : Schäuble bestätigt Tod von deutschen Polizisten

Bei dem Anschlag auf deutsche Sicherheitskräfte in Kabul sind nach Angaben von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble drei deutsche Polizisten getötet worden. Die Beamten waren in Afghanistan zum Schutz der deutschen Botschaft und des deutschen Botschafters selbst eingesetzt.

Anschlag in Afghanistan
Der Ort des Anschlags in Kabul. -Foto: AFP

Kabul Unter den Toten ist laut Schäuble der Leiter des Personenschutzkommandos der Botschaft, ein Oberkommissar des Bundeskriminalamtes (BKA). Zudem starben ein weiterer Angehöriger dieses Kommandos - ein zum BKA abgeordneter Polizeiobermeister - sowie ein Polizeiobermeister der Bundespolizei. Ein weiterer Beamter wurde Schäuble zufolge verletzt. Dieser schwebe aber nicht in Lebensgefahr und werde derzeit im deutschen Bundeswehr-Lager Camp Warehouse ärztlich behandelt.

"Ich verurteile den hinterhältigen Anschlag auf das Schärfste", erklärte Schäuble. "In dieser Stunde gilt unser Mitgefühl vor allem den Angehörigen. Ihnen spricht die Bundesregierung unser zutiefst empfundenes Beileid aus." Schäuble kündigte aber an, Deutschland werde sich weiter an der Polizeiausbildung in Afghanistan beteiligen.

Die Beamten seien auf dem Weg zu einem dienstlichen Training auf einen Sprengsatz gefahren. "Sie haben dabei ein besonders geschütztes Fahrzeug benutzt", erklärte Schäuble. Die Explosion sei jedoch so stark gewesen, dass trotz allen Schutzes die schrecklichen Folgen eingetreten seien. Das BKA werde "unverzüglich" Experten nach Kabul entsenden, um sich an der Aufklärung des Attentats zu beteiligen, kündigte der Minister an. Der Leiter der Abteilung Sicherungsgruppe des BKA sei bereits auf dem Weg dorthin.

Beck: Kein überstürzter Kurswechsel in Afghanistan-Politik

Als Reaktion auf den Anschlag warnte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck vor einem überstürzten Kurswechsel beim deutschen Engagement in der Krisenregion. "Jedes Ereignis dieser Art muss in die Debatten um das Mandat (der Bundeswehr) einbezogen werden. Man kann aber jetzt nicht unter dem aktuellen Eindruck eines solchen Ereignisses eine grundlegende Kurskorrektur einleiten", sagte Beck am Rande seiner Sommerreise in Marburg. "Man wird das sorgfältig prüfen." Am 7. September wird der SPD-Vorstand mit der Bundestagsfraktion über die im Herbst anstehende Verlängerung der drei Bundeswehr-Mandate in Afghanistan beraten.

"Der Aussöhnungs- und Normalisierungsprozess in Afghanistan muss weitergehen." Dazu werde Deutschland auch weiter seinen Beitrag leisten müssen, erklärte Beck, der zuvor mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gesprochen hatte. Zugleich äußerte er sein Mitgefühl für die Opfer. "Unser Mitgefühl gilt den Toten und Verletzten", sagte Beck. "Was an zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen zu machen ist, wird jetzt zu untersuchen sein." (mit dpa und AFP)

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