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Anschlag in der Türkei : Sprengsatz explodiert vor AKP-Regionalbüro

Mindestens 48 Menschen wurden verletzt, als in der osttürkischen Provinz Van ein Sprengsatz detonierte. Die Regierungspartei AKP sieht sich als Ziel des Anschlags.

Tote bei Anschlag auf Polizeizentrale im Osten der Türkei
Tote bei Anschlag auf Polizeizentrale im Osten der Türkei

Bei einer schweren Explosion in der türkischen Provinz Van im kurdisch dominierten Südosten des Landes sind mindestens 48 Menschen verletzt worden. Darunter seien zwei Polizisten, teilte der Provinzgouverneur nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA am Montag mit. Zunächst war von 27 Verletzten die Rede. Ein Sprengsatz sei zwischen dem Gouverneursbüro und dem Provinzbüro der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP detoniert, hieß es in dem Bericht.

Krankenwagen seien in der Innenstadt im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Ein Reporter sagte dem Sender CNN Türk, er habe Verwundete gesehen. Der TV-Sender zeigte Video-Aufnahmen, auf denen ein Gebäude zu sehen war, aus dem Rauch herausquoll. Feuerwehrleute versuchten den Brand zu löschen. Das AKP-Gebüude wurde offenbar schwer beschädigt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Der AKP-Abgeordnete der Provinz Van, Burhan Kayatürk, sagte dem Sender CNN Türk, es habe sich mutmaßlich um einen Anschlag gegen die AKP und die das Gebäude schützende Polizei gehandelt.

In der Türkei haben am Montag mehrtägige Feiertage zum Opferfest begonnen. AKP-Politiker versammeln sich jedoch erst am Dienstag zu Feiertagsfeierlichkeiten in ihrer Provinzzentrale, wie ein Parteimitglied dem Sender CNN Türk berichtete.

Die türkische Regierung hatte am Sonntag zahlreiche Gebietsverwaltungen im Südosten unter Zwangsverwaltung gestellt und die gewählten Gemeindevorsitzenden durch regierungsnahe Verwalter ersetzt. Von der Maßnahme sind auch vier Bezirke in der Provinz Van betroffen. Unklar war zunächst, ob der mutmaßliche Anschlag im Zusammenhang mit der Maßnahme der Regierung steht.

Seitdem vergangenes Jahr ein Waffenstillstand zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der türkischen Regierung aufgekündigt wurde, kommt es regelmäßig zu Anschlagen in der Region. Ziel sind meistens das türkische Militär oder die Polizei. Die Sicherheitskräfte ihrerseits haben nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan ihr Vorgehen gegen die kurdischen Milizen seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verschärft. Erdogan sprach vor ein paar Tagen von der größten Kampagne, die je gegen die PKK gestartet worden sei. (dpa/rtr)

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