Anschlag in Leipzig : Unbekannter wirft Brandsatz auf Flüchtlingsunterkunft

In der Nacht zu Mittwoch hat ein Vermummter in Leipzig einen Brandsatz auf eine für Flüchtlinge vorgesehen Unterkunft geworfen. Der Einzug von 56 Asylbewerbern verzögert sich nun.

An einem Haus in Leipzig sind die Spuren eines Feuers zu sehen. Ein unbekannter Täter hatte dort in der Nacht zu Mittwoch einen Brandsatz in die geplante Flüchtlingsunterkunft geworfen.
An einem Haus in Leipzig sind die Spuren eines Feuers zu sehen. Ein unbekannter Täter hatte dort in der Nacht zu Mittwoch einen...Foto: Foto: Sebastian Willnow/dpa

Ein neuerlicher Brandanschlag auf eine für Flüchtlinge vorgesehene Unterkunft in Leipzig hat für Entsetzen gesorgt. Der Oberbürgermeister der sächsischen Stadt, Burkhard Jung (SPD), verurteile die Tat am Mittwoch scharf. "Wir haben es hier mit einem feigen Anschlag zu tun von Menschen, die keine Menschlichkeit kennen."

Nach Angaben der Leipziger Polizei hatte ein Vermummter in der Nacht einen Brandsatz durch das geöffnete Fenster eines Hauses im Stadtteil Stötteritz geworfen, in das voraussichtlich am Mittwoch 56 Asylbewerber einziehen sollten.

Der Schaden bei dem Brandanschlag war nach Angaben des mit den Ermittlungen betrauten Operationen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei gering. Ein Augenzeuge habe das Geschehen beobachtet und sehr schnell die Feuerwehr alarmiert. Daher habe nur eine Matratze in dem Zimmer hinter dem Fenster gebrannt.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung betonte, dass die Stadt nach etwaigen Reparaturen Asylbewerber trotz des Anschlags dort unterbringen werde. "Selbstverständlich werden in dem Haus Flüchtlinge einziehen, sobald der Schaden behoben ist", erklärte das Stadtoberhaupt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich bundesweit Anschläge auf zumeist noch unbewohnte Unterkünfte für Asylsuchende. Ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch drangen zwei betrunkene Männer bewaffnet mit einem Messer in eine Flüchtlingsunterkunft in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern ein. Erst am Dienstag war im brandenburgischen Nauen eine als Notunterkunft vorgesehene Sporthalle abgebrannt. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. (epd)

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