Anschlag in Dänemark : Welche Rolle spielt Pakistans Geheimdienst?

Ein Bericht zu einem geplantem Anschlag in Dänemark lässt vermuten, dass ein hochrangiger Major des pakistanischen Geheimdienstes ISI an der Planung des Terroranschlages gegen "Jyllands-Posten" aktiv beteiligt gewesen sei.

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Stockholm - Mit einem Lastwagen voller Bomben wollten islamische Fanatiker das Gebäude der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ samt aller Journalisten sprengen. Das hatte die dänische Zeitung „Politiken“ Anfang vergangenen Jahres berichtet. Die US-Staatsanwaltschaft hatte die Regierung in Kopenhagen demnach Mitte Januar 2010 über die geplante Aktion und die Festnahme der islamistischen Akteure, darunter auch des pakistanisch-amerikanischen Terrorverdächtigen David Headley, informiert. „Jyllands-Posten“ hatte die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Am Freitag veröffentlichte „Politiken“ nun Teile aus einem geheimen Verhörprotokoll des indischen Geheimdienstes. David Headley, der in Chicago in Haft sitzt, wurde laut „Politiken“ im vergangenen Sommer mit US-Genehmigung von indischen Agenten verhört. Headley hatte im November 2008 auch den Terroranschlag in der indischen Großstadt Mumbai vorbereitet. Demnach soll ein hochrangiger Major des pakistanischen Geheimdienstes ISI an der Planung des Terroranschlages gegen „Jyllands-Posten“ aktiv beteiligt gewesen sein. Während Headley laut „Politiken“ den Bombenanschlag auf die dänische Zeitung in Aarhus mit Vorortbesichtigungen vorbereitete, habe er die Planung mit einem hochrangigen pakistanischen Geheimdienstmajor namens Iqbal diskutiert.

Bisher sind die Reaktionen auf diese Nachricht in Dänemark unterschiedlich. Einige Kommentatoren betonen, dass der Bericht aus indischen Geheimdienstquellen auch im Zusammenhang mit dem historisch verfeindeten Verhältnis zwischen Indien und Pakistan zu sehen sei. Auch könnten die USA damit den Druck auf Islamabad im Hinblick auf eine bessere Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf steigern wollen, hieß es. Größtenteils jedoch wurde die Meldung am Freitag in Dänemark sehr ernst genommen.

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