Anschlag : Spanien sichert nach Anschlag weiteren Einsatz im Libanon zu

Trotz dem bisher ersten Anschlag auf spanische UN-Sodaten im Libanon hat Spanien sein weiteres Engagement in der Krisenregion zugesichert.

MadridNach dem Anschlag auf UN-Soldaten der spanischen Armee im Libanon hat Madrid hat eine Fortsetzung seines Engagements zugesichert. Spanien werde die UN-Mission im Libanon (Unifil) weiter unterstützen, sagte Verteidigungsminister José Antonio Alonso am Sonntag. Die Zahl der Anschlagsopfer stieg nach Ministeriumsangaben auf sechs Tote, nachdem ein spanischer Soldat seinen Verletzungen erlag. Der Anschlag auf einen UN-Konvoi im Mardschajun-Chiam-Tal habe sich gegen die Stabilität der gesamten Region gerichtet, erklärte Unifil-Chefkommandeur General Claudio Graziano. Bei Kämpfen zwischen libanesischer Armee und Islamisten starben mindestens zehn Menschen.

"Spanien unterstützt die Unifil-Mission der Vereinten Nationen und wird sie weiter unterstützen", sagte Alonso vor Journalisten. Spanien hat im Rahmen des Unifil-Einsatzes fast 1100 Soldaten im Südosten Libanons nahe der Grenze zu Israel stationiert. Alonsos Ministerium teilte mit, einer der drei UN-Soldaten, die bei dem Attentat rund zehn Kilometer von der israelischen Grenze entfernt verwundet worden waren, sei wenige Stunden später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf sechs. Drei von ihnen waren nach Ministeriumsangaben Kolumbianer, die in der spanischen Armee dienten, die anderen drei waren spanische Staatsbürger. Mit dem Zünden eines Sprengsatzes beim Vorbeifahren des UN-Konvois per Fernsteuerung wurden das erste Mal seit Ende des Krieges zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz vor fast einem Jahr Blauhelm-Soldaten im Libanon zum Ziel eines Anschlags.

Unifil soll Waffenstillstand sichern

Israel und die libanesische Hisbollah hatten sich in dem Grenzgebiet im vergangenen Sommer einen knapp sechswöchigen Krieg geliefert. Die Unifil soll in der Region gemeinsam mit der libanesischen Armee den Waffenstillstand sichern. "Dieser Anschlag richtet sich nicht nur gegen den Libanon und die Unifil, sondern auch gegen die Stabilität der Region", erklärte Graziano. Die Gewalttat habe jedoch die Entschlossenheit der Unifil zur Erfüllung ihrer Mission nur gesteigert, versicherte der Italiener. Rice sagte am Sonntagabend nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Bernard Kouchner in Paris, der Libanon habe mit seinem Vorgehen gegen Extremisten in palästinensischen Flüchtlingssiedlungen des Landes "viel gewonnen". Gemeinsam mit Kouchner verurteilte die US-Chefdiplomatin den Anschlag auf die UN-Soldaten. Israel drückte sein "tiefstes Bedauern" aus und bat Hilfe an.

Die schiitische Hisbollah distanzierte sich in einer Erklärung von der "Aggression" gegen die Unifil-Soldaten. Der von Syrien unterstützte libanesische Präsident Emile Lahoud kritisierte den Anschlag als "Teil einer Kampagne zur Destabilisierung des Libanons". Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand. Nach Angaben aus libanesischen Justizkreisen hatten die islamistische Fatah al Islam bereits Anfang Juni mit Anschlägen auf Unifil-Truppen gedroht. In der nordlibanesischen Küstenstadt Tripoli nahmen Anhänger der Fatah al Islam in der Nacht zu Sonntag einen Geländewagen der Armee unter Beschuss, wie ein Militärsprecher sagte. Bei dem anschließenden Schusswechsel seien ein Soldat und sechs Islamisten ums Leben gekommen. Die Soldaten fanden in einem Wohnhaus im Viertel Abu Samra zudem die Leichen von einem Polizisten und zwei Zivilisten, darunter ein zehnjähriges Mädchen. In der Flüchtlingssiedlung Nahr al Bared, wo die Kämpfer der Fatah al Islam ihren Hauptstützpunkt haben, wurden drei Islamisten bei Kämpfen getötet. (mit AFP)

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