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Anschlag von Ansbach : Herrmann: Attentäter wurde von Unbekanntem direkt beeinflusst

Der Attentäter von Ansbach stand nach Angaben von Ermittlern unter dem direkten Einfluss einer anderen Person. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch. Unklar ist, ob die Bombe zum geplanten Zeitpunkt gezündet wurde.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Foto: REUTERS
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.Foto: REUTERS

Nach dem Bombenanschlag in Ansbach haben die Ermittler Hinweise darauf entdeckt, dass der Attentäter von einer unbekannten Person in einem Chat direkt beeinflusst wurde. „Es hat offensichtlich einen unmittelbaren Kontakt mit jemandem gegeben, der maßgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee.

Ob es sich dabei um einen Kontakt zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehandelt haben könnte handelte, konnte Herrmann nicht sagen, dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Man wisse auch noch nicht, wo sich der Chat-Partner des Mannes aufgehalten habe.

Bei der Auswertung der Handys des Täters seien die Ermittler auf diesen „intensiven Chat“ gestoßen, berichtete Herrmann und fügte hinzu: „Der Chat endet unmittelbar wohl vor dem Attentat.“

Herrmann sagte, man wisse noch nicht, wie lange der Chat-Kontakt bereits bestanden habe - ob das Wochen oder Monate zurückreiche oder gar noch länger.

Die Ermittler prüfen weiter, ob der Attentäter die Bombe tatsächlich in diesem Moment am Sonntagabend zur Explosion bringen wollte. „Es gibt aufgrund der ganzen Zeugenaussagen des Geschehens und übrigens auch des Chat-Verlaufs in der Tat Fragen, ob das in dem Moment jedenfalls von ihm beabsichtigt war, in dieser Minute die Bombe zu zünden“, sagte Herrmann weiter. Das müsse nun weiter ermittelt werden. (dpa)

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Ansbach-Attentat: Ein Anwohner berichtet
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