Politik : Anschlag vor der Wahl in Pakistan Zahlreiche Tote bei Selbstmordattentat

Parachinar - Bei einem Selbstmordanschlag am letzten Wahlkampftag in Pakistan sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Sehr viele Menschen seien außerdem verletzt worden, sagte Innenminister Hamid Nawaz. Nach Angaben von Ärzten wurden fast hundert Menschen verletzt. Die Explosion ereignete sich bei einer Versammlung der Pakistanischen Volkspartei (PPP) der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto in Parachinar in der Grenzregion zu Afghanistan. Der einflussreiche US-Senator Joseph Biden forderte eine Verringerung militärischer Hilfen für Pakistan im Falle von Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl am Montag.

„Es war ein Selbstmordanschlag“, sagte Nawaz. Der Täter habe vor dem Haus des örtlichen PPP-Kandidaten zugeschlagen. Dort hatten sich viele Anhänger der Oppositionspartei versammelt. Ein Augenzeuge sprach von einer Autobombe. Am Steuer habe er vor der Explosion einen Mann gesehen.

In Khar, einem anderen Ort in dem von Stammesfürsten kontrollierten Grenzgebiet zu Afghanistan, flog ein Wahllokal in die Luft. Für diesen Anschlag, der mit einer Zeitbombe verübt wurde, machten die Sicherheitskräfte „Terroristen“ verantwortlich, die den Wahlprozess stören wollten. In Hyderabad im Süden Pakistans nahm die Polizei nach eigenen Angaben einen Mann fest, der einen Selbstmordanschlag während der Wahl am Montag geplant haben soll. Demnach wurden eine Sprengstoffweste und Sprengkörper bei ihm gefunden.

Der demokratische US-Senator Biden sagte, eine Einstellung militärischer Hilfen sei der „einzige wirkliche Hebel“ Washingtons gegen Pakistans Präsidenten Pervez Musharraf. Biden, der dem Auswärtigen Ausschuss vorsitzt und die Wahl am Montag vor Ort beobachten wird, sagte Unruhen im Falle von Wahlbetrug voraus.

Ab Samstag um Mitternacht bis zur Öffnung der Wahllokale am Montagmorgen sind in Pakistan Demonstrationen, öffentliche Versammlungen und Treffen im Zusammenhang mit der Wahl verboten. Der politisch äußerst bedeutsame Urnengang in dem krisengeschüttelten Land war wegen des Mordes an Bhutto auf einer Wahlkampfveranstaltung Ende Dezember auf den 18. Februar verschoben worden. Rund 80 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. AFP

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