Anschlagsserie in Bombay : Indische Polizei erhebt Vorwürfe gegen Pakistan

Die indische Polizei hat Pakistan eine Beteiligung an der Anschlagsserie in Bombay im Juli 2006 mit 186 Toten vorgeworfen.

Bombay - Die Anschläge seien vom pakistanischen Geheimdienst ISI gemeinsam mit der militanten Muslimorganisation Lashkar-e-Taiba mit Hilfe von Agenten vor Ort vorbereitet worden, sagte der Polizeichef von Bombay, A.N. Roy. Er sprach von einer "professionellen, präzisen und wohl vorbereiteten Operation".

El K Im Zuge der Ermittlungen nahm die indische Polizei bisher 15 Menschen fest. Drei sollten demnächst wieder freikommen. Bei zwölf Verdächtigen sei eine direkte Beteiligung sicher, sagte Roy. Viele von ihnen hätten in Pakistan eine Ausbildung erhalten. 15 bis 20 Kilogramm des bei den Anschlägen verwendeten Sprengstoffs seien von einem Pakistaner nach Indien gebracht worden. Für eine Beteiligung des Terrornetzwerks Al Qaida fand die indische Polizei demnach keine Hinweise.

Pakistanische Regierung weist Vorwürfe zurück

Die pakistanische Regierung wies die Vorwürfe zurück. "Das ist eine vollkommen haltlose Anschuldigung", sagte der pakistanische Innenminister Aftab Sherpao. Die Unterstellungen würden dem Friedensprozess zwischen Pakistan und Indien nicht weiterhelfen.

Am 11. Juli waren in mehreren Vorortzügen und einem Bahnhof von Bombay insgesamt sieben Bomben explodiert. 186 Menschen kamen ums Leben, mehr als 800 wurden verletzt. Die indischen Sicherheitskräfte machten kurz darauf die pro-pakistanische Organisation Lashkar-e-Taiba verantwortlich, die für die Abtrennung des Bundesstaates Kaschmirs von Indien kämpft. Die Himalaya-Provinz ist seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Indien und Pakistan. Drei Mal führten die Atommächte deswegen gegeneinander Krieg. (tso/AFP)

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