Politik : Ansporn für Frieden in Afrika

Helmut Schneider

Johannesburg - Dem sudanesischen Millionär Mo Ibrahim ist das Bild Afrikas als Kontinent korrupter Herrscher zuwider. Es ist nicht nötig, sich während der Regierungszeit schamlos zu bereichern, meint der Chef des Mobilfunkunternehmens Celtel International. Deshalb stiftete er den mit fünf Millionen Dollar dotierten „Preis für gutes Regieren“. Er wurde am Montag in London erstmals vergeben. Der ehemalige Präsident Mosambiks, Joaquim Chissano, bekam ihn für seine Rolle bei der Erreichung von Frieden und Versöhnung in dem einstigen Bürgerkriegsland im Südosten Afrikas.

Die Summe wird in Raten gezahlt – in den ersten zehn Jahren kann Chissano mit monatlich 41 500 Dollar rechnen. Anders als die korrupten Staatsmänner, die ihr Geld unehrenhaft zusammengerafft haben, kann er dieses Geld nun offen ausgeben. Das, so meint Ibrahim, sollte doch auch den anderen afrikanischen Herrschern ein Ansporn sein. Denn dieser Preis soll nun von seiner Stiftung jedes Jahr an Ex-Präsidenten vergeben werden. „Chissano hat auf außerordentliche Weise dazu beigetragen, Mosambik von einem Konfliktland zu Frieden und Demokratie zu bringen“, würdigte der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, Leiter des Auswahlkomitees. „Die bemerkenswerte Versöhnung zwischen einstigen Gegnern gibt dem Rest der Welt ein leuchtendes Beispiel.“

Chissano, der Anfang der 60er Jahre zu den Gründern der Befreiungsbewegung Frelimo gehörte, war von der Unabhängigkeit 1975 an bis 1986 Außenminister Mosambiks. Dann trat er die Nachfolge des ums Leben gekommenen Präsidenten Samora Machel an. Er löste sich schrittweise von der sozialistischen Orientierung seines Vorgängers und schloss 1992 Frieden mit der bewaffneten Rebellenbewegung Renamo. Im Bürgerkrieg waren etwa eine Million Menschen getötet worden. Die Entwicklung stagnierte. Seit dem Friedensschluss und den anschließenden erstmaligen freien Wahlen geht es in Mosambik politisch, wirtschaftlich und sozial bergauf. Helmut Schneider

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