Politik : „Anstieg von Topgehältern obszön“

Schröder und Thierse kritisieren Vorgehen von Firmenchefs scharf

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Hamburg (dpa). In der Diskussion um die stark gestiegenen Bezüge deutscher TopManager haben Kanzler Schröder und Bundestagspräsident Thierse (beide SPD) scharfe Kritik an den Firmenchefs geübt. Schröder plädierte in „Bild am Sonntag“ für einen „strikten Zusammenhang zwischen der Bezahlung eines Vorstands und dem Erfolg eines Unternehmens“. Nach einer Erhebung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz stiegen die Vorstandsgehälter der im Aktienindex Dax aufgeführten Unternehmen im vorigen Jahr um 7,4 Prozent auf durchschnittlich 1,25 Millionen Euro. Thierse nannte solche Gehaltssprünge einen „obszönen Vorgang“. Reformbereitschaft und Verzichtskultur müssten „in den oberen Etagen beginnen, wenn das Land gesunden soll“, sagte er.

Schröder erklärte, entscheidende Kriterien seien nicht nur der Gewinn, sondern auch die Frage, wie das Unternehmen mit seinen Beschäftigten umgehe. Wenn ein Unternehmen nicht erfolgreich ist, „müssen die Gehälter auch kräftig sinken“. Thierse warf den Unternehmensvorständen in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vor, sie verlangten, die Arbeitnehmer sollten auf Lohnzuwachs verzichten. Zugleich erhöhten sie sich erneut ihre ohnehin gigantischen Gehälter.

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