Anti-amerikanisches Gesetz : Putin verbietet US-Familien Adoptionen

Wie angekündigt hat Wladimir Putin am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das US-Familien verbietet, russische Kinder zu adoptieren. Russland reagiert damit auf Sanktionen der USA wegen Menschenrechtsverletzungen. Selbst im Kreml ist das Gesetz umstritten.

Putin brüskiert die USA mit einem Gesetz, das US-Familien die Adoption russischer Kinder verbietet.
Putin brüskiert die USA mit einem Gesetz, das US-Familien die Adoption russischer Kinder verbietet.Foto: AFP

US-Familien dürfen endgültig keine russischen Kinder mehr adoptieren. Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Freitag trotz Protesten von Bürgerrechtlern wie angekündigt das umstrittene Verbot. Der Chef des Kreml-Menschenrechtsrates, Michail Fedotow, bedauerte den Schritt.
Von dem Adoptionsstopp seien aktuell 52 Kinder betroffen, die bereits Zusagen für US-Familien hatten, sagte der Kinderschutzbeauftragte Pawel Astachow der Agentur Interfax. Sie sollen nun in Russland unter persönlicher Kontrolle der Gouverneure vermittelt werden.
Das Adoptionsverbot ist Teil eines anti-amerikanischen Gesetzes, mit dem Moskau auf US-Sanktionen gegen russische Beamte wegen Menschenrechtsverletzungen antwortet. Zudem kündigt Russland zum 1.
Januar 2013 ein erst im Sommer 2011 geschlossenes Adoptionsabkommen mit den USA auf. US-Familien hatten in den vergangenen 20 Jahren rund 60 000 russische Kinder aufgenommen. In Russland sorgten Berichte über einzelne Misshandlungen der Adoptivkinder durch ihre neuen amerikanischen Eltern für Empörung.


Putin unterzeichnete zugleich einen Ukas, der bessere Staatshilfen für Waisen vorsieht. Derzeit wachsen nach offiziellen Angaben etwa 650 000 Kinder in Russland ohne Eltern auf. (dpa)