Anti-Doping-Gesetz : Schäuble fordert "Task-Force"

Das Kabinett diskutiert heute über eine Verschärfung des Anti-Doping-Gesetzes. Innenminister Wolfgang Schäuble will mit einer Eingreiftruppe den möglichen Missbrauch von Steuergeldern aufdecken.

Berlin - Das Bundeskabinett erörtert die aktuelle Entwicklung des Dopingskandals im Sport. Grundlage ist ein Gesetzentwurf der Regierung, der verschärfte Strafen für banden- und gewerbsmäßiges Doping vorsieht. Die Bundesregierung muss sich zunächst mit der Stellungnahme des Bundesrates dazu befassen. Die Länder wollen unter anderem auch die grenzüberschreitende Einfuhr von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bestrafen. Außerdem fordern sie die Einführung der Kronzeugenregelung für Dopingdelikte. Bayern will darüber hinaus noch einen Straftatbestand Sportbetrug einführen.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will mit einer Eingreiftruppe gegen Doping im Sport vorgehen. Er kündigte die Einsetzung einer "Task Force" an. Sie soll untersuchen, ob Steuergelder in der Vergangenheit missbräuchlich verwendet wurden. Wie das Innenministerium weiter mitteilte, will die Bundesregierung den Vorschlag des Bundesrates prüfen, die Einfuhr von Arzneimitteln zu Dopingzwecken zu verbieten. Allerdings bedürfe es in den meisten Fällen keines besonderen Straftatbestandes, weil die Besitzstrafbarkeit bereits greife. (tso/dpa)

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